Irak: seit fast 40 Jahren wieder Ölförderlizenzen an ausländische Konzerne
Bagdad - Am Dienstag sind Vertreter der irakischen Regierung und von Energiekonzernen zu einem Treffen zusammengekommen, bei dem zum ersten Mal seit knapp vier Jahrzehnten wieder Ölförderlizenzen an ausländische Konzerne vergeben werden sollen. Ministerpräsident Nuri el Maliki sagte am Dienstag zur Eröffnung des Treffens in einem Hotel in Bagdad, dass die Lizenzvergabe für sechs große Ölfelder sowie zwei Gasfelder den Wiederaufbau des Landes unterstützen solle und sowohl für den Irak als auch für die Unternehmen von Nutzen sei. Den künftigen Lizenzinhabern sicherte er zu, eine Sicherheitslage und andere notwendige Voraussetzungen zu schaffen, damit sie ihre Arbeit gut machten.
Seit der Verstaatlichung der Ölindustrie 1972 waren keine Förderlizenzen an ausländische Konzerne mehr vergeben worden. Beworben haben sich nun laut Ölministerium 31 Unternehmen, darunter westliche Großkonzerne wie BP, Shell und Total. Sollten die Entscheidungen für die Lizenzvergabe am Dienstag noch nicht fallen, sollte das Bietertreffen am Mittwoch fortgesetzt werden.
Der Irak verfügt über die drittgrößten Erdölreserven weltweit, allerdings war nach dem Einmarsch der irakischen Truppen in Kuwait 1990 und dem folgenden Krieg die Ölförderung im Irak fast zusammengebrochen. Wegen UN-Sanktionen konnte das Land später lange Zeit nur eingeschränkt Öl exportieren. Heute fehlt es an Geld, Technik und Infrastruktur, um die riesigen Vorkommen besser auszubeuten.
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