Internet-Dienst Gopher: Auferstehung aus der Vergessenheit
Berlin - Der in Vergessenheit geratene Internet-Dienst Gopher erlebt auf dem Smartphone eine Renaissance: Cameron Kaiser, einer der letzten Verfechter des "Gopherspace" hat ein App für das Handy-Betriebssystem Android entwickelt und damit die kaum noch besuchte Nische im Internet neu erschlossen.
Älter als das World Wide Web, zeigt der 1991 an der Universität von Minnesota entwickelte Gopher-Dienst Dateien und Verzeichnisse in einer automatisch erzeugten Menüstruktur an. Bevor das Web bald darauf eine völlig neue Grundlage für die Darstellung digitaler Inhalte schuf, ermöglichte Gopher eine nützliche Alternative für den bis dahin vor allem über FTP (File Transfer Protocol) üblichen Zugriff auf Dokumente im Netz.
Nun will Kaiser die Vorteile des Gopher-Protokolls für das mobile Internet nutzen: Ein geringer Bedarf an Bandbreite und schnelle Darstellung der Inhalte kommen auch dem Smartphone-Nutzer entgegen. Gopher sei mehr als eine historische Kuriosität und könne neben dem Web weiterhin eine wichtige Rolle spielen, erklärt Kaiser und schreibt: "Der moderne Gopherspace bietet die nächste und großartigste Möglichkeit für einen alternativen Informationszugang." Nach einem Firefox-Zusatz stellte Kaisers Projekt "Overbite" jetzt auch eine erste Entwicklerversion für eine Gopher-App auf Android-Geräten bereit.
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