Internationales Kernfusionsprojekt wird deutlich teurer
Den Plänen zufolge könnte ITER als Forschungsreaktor im Jahr 2018 erstmals Strom produzieren. In rund 50 Jahren könnte die Fusionstechnologie im industriellen Maßstab einen Beitrag zur Energieversorgung liefern. Wie groß dieser Beitrag dann sein werde, könne noch nicht eingeschätzt werden, sagte Holtkamp.
Quintana-Trias betonte, dass die ITER-Finanzierung auf politischer Ebene geklärt werden müsse. "Selbst im schlimmsten Fall sind die Kosten für diese Anlage geringer als die Kosten für die Energieerzeugung an einem Tag in Europa", sagte Quintana-Trias. Wenn ITER nicht funktioniere, werde die ganze Fusionsforschung zusammenbrechen, warnte er.
Nach Worten von Alexander Bradshaw, wissenschaftlicher Direktor vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald, wird die deutsche Fusionsforschung jährlich mit rund 150 Millionen Euro gefördert. Dies sei aber nicht mehr ausreichend; seit sieben Jahren seien die Ausgaben gedeckelt. Es gebe keine Anpassung an Inflation oder höhere Personalkosten, bedauerte er.
Mehr als 700 Wissenschaftler aus aller Welt werden sich in Rostock bis Freitag mit der Fusionsforschung beschäftigen. Die traditionsreiche Konferenz wird alle zwei Jahre in wechselnden Gastländern ausgerichtet.
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