Internationale Energieagentur warnt vor deutlich höherem Energieverbrauch bis 2030

AFP, Verivox
Bild: Stromleitungen



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Paris (AFP) - Wenn weltweit alle Staaten an ihrer derzeitigen Energiepolitik festhalten, braucht die Welt nach Einschätzung der Internationalen Energieagentur (IEA) in knapp 25 Jahren über die Hälfte mehr Energie als heute. Deshalb müssten alle Regierungen "resolute, sofortige und konzentrierte Maßnahmen" ergreifen, um auf ein verträglicheres Energiesystem umzuschwenken, erklärte die IEA am Mittwoch in ihrem jährlichen "Weltenergieausblick". Vor allem China und Indien - die beiden "neuen Giganten in der Weltwirtschaft" - bräuchten immer mehr Energie; aber die Folgen des ungebremsten Energiewachstums seien "alarmierend" auch für den Rest der Welt.

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Bislang hätten die meisten Länder "mehr geredet als gehandelt", hieß es im Bericht der Energieagentur. Wenn die Regierungen aber alle Maßnahmen umsetzen würden, über die sie derzeit nachdächten, würde weltweit "erheblich" weniger Energie verbraucht - und damit würde auch der Ausstoß von Treibhausgasen sinken. Bleiben sie dagegen bei ihrer derzeitigen Energiepolitik, werden die Verbraucherländer immer abhängiger von Öl- und Gaseinfuhren und erzeugen immer mehr Treibhausgase, wie die IEA feststellte. "Beide Entwicklungen würden zu verstärkter Besorgnis über den Klimawandel und die Energieversorgungssicherheit Anlass geben."

Vor allem China und Indien bräuchten künftig mehr Energie. Denn wenn die Menschen dort wohlhabender würden, kauften sie mehr Elektrogeräte und Autos und bräuchten zudem mehr Strom für ihre Fabriken und Büros. Dies führe einerseits dazu, dass die Lebensqualität für mehr als zwei Milliarden Menschen in den beiden Schwellenländern besser werde, sagte IEA-Direktor Nobuo Tanaka bei der Vorstellung des Berichts - was ein rechtmäßiges Bestreben sei.

Andererseits sei ein ungebremstes Wachstum des weltweiten Energieverbrauchs "alarmierend" auch für den Rest der Welt. Alle Länder müssten jetzt den Übergang zu einem Energiesystem einleiten, das sicherer sei und weniger Treibhausgase verursache, "ohne die wirtschaftliche und soziale Entwicklung zu gefährden", hieß es in dem Bericht. "Diese Herausforderung wird nirgends schwieriger zu bewältigen und für die übrige Welt wichtiger sein als in China und Indien."



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