Internationale Energieagentur erwartet sinkende Ölpreise
dpa
Paris (dpa) - Die Internationale Energieagentur (IEA) rechnet mit sinkenden Ölpreisen in den nächsten Jahren. "Wenn man sich nur die Fundamentaldaten anschaut, dann gibt es keinen Grund, dass wir noch einmal Preise von 70 Dollar je Barrel erleben müssen", sagte der IEA- Chefökonom Fatih Birol am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa- AFX. Preise zwischen 15 und 30 US-Dollar - wie vor vier oder fünf Jahren - werde es aber nicht mehr geben.
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Die steigende Nachfrage und Produktionsausfälle durch Hurrikane in den USA hatten den Preis für leichtes Rohöl der Sorte WTI im August erstmals über 70 Dollar getrieben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) knapp 62 Dollar. Zu diesem Preisrückgang beigetragen habe die Freigabe von bis zu 60 Millionen Barrel aus der strategischen Ölreserve der 26 Mitgliedstaaten der IEA nach den schweren Wirbelstürmen in den USA, sagte Birol. "Das hat die Märkte einigermassen beruhigt." Gleichzeitig dämpfe der hohe Ölpreis das weltweite Wirtschaftswachstum 2005 um etwa 0,8 Prozentpunkte und verlangsame damit den Anstieg der Nachfrage. Auch Effizienzgewinne und ein sparsamerer Umgang mit Energie angesichts der hohen Kosten liessen die Preise sinken.
Der Chefvolkswirt bekräftigte die Bereitschaft der IEA, bei erneuten Krisenfällen weitere Reserven freizugeben. "Wenn es noch einmal eine Notsituation mit Versorgungsengpässen gibt wie nach den Hurrikanen in den USA, werden wir es wieder tun", betonte Birol. Einen Schock wie "Katrina" könnten die Mitgliedstaaten ohne grosse Schwierigkeiten managen. Rohöl, aber auch Produkte wie Heizöl oder Benzin könnten bei Knappheit zur Verfügung gestellt werden.
Für eine schnelle Wiederaufstockung der strategischen Reserven sieht Birol keinen Grund. "Es gibt noch genügend Reserven, so dass wir uns Zeit lassen können." Die Mitgliedstaaten könnten abwarten, bis die Preise ein günstiges Niveau erreicht haben, sagte der IEA- Chefvolkswirt.
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