Intel mit Rekordumsatz - Wall Street dennoch enttäuscht
Der Quartalsumsatz schrammte mit 9,96 Milliarden Dollar nur knapp an der Marke von 10 Milliarden vorbei. Intel profitierte erneut von der starken Nachfrage nach seinen lukrativen Centrino-Chips für Notebooks. Der Umsatz mit ihnen stieg um 48,4 Prozent auf 2,3 Milliarden Dollar. Die Erlöse mit PC- und Server-Chips legten um 9,2 Prozent auf 4,9 Milliarden Dollar zu.
Auch mit seinen neuen Doppelkern-Prozessoren erhofft sich Intel, die Nachfrage weiter anzukurbeln. "Seit Markteinführung im Mai haben wir bereits weltweit eine Million Stück verkauft", sagte Deutschland- Chef Hannes Schwaderer. Anfang 2006 soll dann der erste Doppelkern- Prozessor für Notebooks folgen. Bei den neuen Dual-Core-Chips liefert sich das Unternehmen mit seinem Rivalen AMD derzeit erneut ein Wettrennen um Marktstart und Marktanteile.
"Europa ist bei mobilen Prozessoren für uns der stärkste Markt", sagte Schwaderer am Mittwoch der dpa. Mit einem Zuwachs von 11 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal verzeichne Europa das stärkste Wachstum. Seinen Umsatz in Europa konnte Intel auf zwei (1,9) Milliarden Dollar erhöhen, in Nord- und Südamerika auf 1,9 (1,8) Milliarden Dollar und im asiatisch-pazischen Raum (ohne Japan) auf 5,1 (4,0) Milliarden Dollar. In Japan setzte Intel 926 (772) Millionen Dollar um. Intel-Chips sind in mehr als 80 Prozent aller PCs zu finden.
Eine Spitzenrolle nehme Deutschland im Automotive-Bereich ein, sagte Schwaderer. Alles was über einfache Navigationssysteme im Auto hinausgehe, etwa Internet-Zugang, Multimedia-Spielen und andere Angebote in einem Gerät, sei in Deutschland vorangetrieben worden. "Das wird aber nicht ein deutsches Phänomen bleiben", betonte der Deutschland-Chef.
Die Wall Street zeigte sich enttäuscht, weil sie mit einem Gewinn je Aktie von 33 Cent gerechnet hatte, während Intel auf 32 Cent kam (Vorjahr: 30 Cent). Allerdings wirkten sich Sonderfaktoren negativ aus, etwa der Vergleich in einem Patentrechtsstreit mit der Firma MicroUnity, bei dem Intel dem Kläger insgesamt 300 Millinen Dollar zahlt. Das Ergebnis wurde auch durch steuerliche Sonderbelastungen von 250 Millionen Dollar für die Rückführung kumulierter Auslandsgewinne belastet.
Der Neunmonatsumsatz erhöhte sich deutlich auf 28,6 (24,6) Milliarden Dollar und der Gewinn auf 6,2 (5,4) Milliarden Dollar oder 1,00 (0,82) Dollar je Aktie. Im Schlussquartal will Intel 10,2 bis 10,8 Milliarden Dollar umsetzen, während die Wall Street mit 10,7 Milliarden Dollar gerechnet hatte. Intel geht für das Schlussquartal von einer Bruttogewinnmarge von etwa 63 Prozent aus gegenüber 59,7 Prozent im dritten Quartal.
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