Intel: mit Hochleistung ins mobile Internet
San Francisco - Gestärkt durch die jüngsten Übernahmen will sich Intel im Zentrum des wachsenden Marktes für mobile Internet-Geräte positionieren. Das Unternehmen wolle mit seinen Prozessoren dafür sorgen, dass die Nutzer in Zukunft über alle stationären und mobilen Geräte hinweg nahtlos Informationen austauschen können, so Intel-Chef Paul Otellini. Der weltgrößte Chiphersteller stellte für PCs und Laptops außerdem Einzelheiten der neuen Prozessor-Plattform Sandy Bridge vor.
Im boomenden Markt der mobilen Internetgeräte will das Unternehmen auch von der Übernahme der Wireless-Sparte von Infineon profitieren. Intel werde mehr Komplettprodukte an Hard- und Software anbieten, kündigte Otellini am Montag auf der Entwicklerkonferenz Intel Developer Forum in San Francisco an. Zusätzliche Services sollen zudem für mehr Energieeffizienz und Sicherheit sorgen. Zuletzt hatte Intel auch den IT-Sicherheitsspezialisten McAfee übernommen - für 7,7 Milliarden Dollar. Für Sicherheits-Lösungen gebe es einen stark wachsenden Bedarf, sagte Otellini.
Intel tut sich bisher im Markt für Smartphones und Tablet-PCs schwer. Statt auf die stromhungrigen Intel-Chips setzten namhafte Hersteller wie Apple vielfach auf Prozessoren des Konkurrenten ARM oder Eigenentwicklungen. Auch ARM versprach jüngst erhebliche Leistungssteigerungen bei künftigen Prozessorgenerationen.
Mit seinen jüngsten Übernahmen sieht sich Intel im wachsenden Markt der mobilen Internet-Geräte gestärkt. Insgesamt zehn Milliarden Dollar hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren für Zukäufe investiert, darunter auch für die Mobilfunk-Sparte des Halbleiter-Spezialisten Infineon. "Gemeinsam mit Infineon werden wir künftig eine führende Position im Mobilfunkmarkt der nächsten Generation einnehmen", sagte Otellini. Intel versucht seit Jahren, seine Abhängigkeit vom Markt der Personal Computer mit der Erschließung neuer Märkte zu verringern.
Die Sparte des deutschen Unternehmens bringt zum Beispiel Know-how beim neuen Mobilfunkstandard LTE mit ein. Der amerikanische Chipproduzent hatte dagegen bislang auf die Funkstandards Wifi und Wimax gesetzt. Wimax hatte sich in Europa nicht gegen LTE durchsetzen können, das auf UMTS aufbaut.
Der Konzern präsentierte eine Reihe von Anwendungen, die den Umgang mit Computern radikal verändern könnten - für die dafür benötigte Rechenleistung sollen die Prozessoren von Intel sorgen. So sollen sich zum Beispiel Spiele auch am PC nur mit Gesten und Bewegungen steuern lassen. Und einmal entwickelte Spiele sollen künftig bruchlos auf vielen verschiedenen Geräten - vom PC bis zum handlichen Mobil-Gerät - laufen können.
Die neue Prozessor-Generation Sandy Bridge werde Anfang 2011 in hohen Stückzahlen verfügbar sein, kündigte Otellini an. Auf Basis der neuen Plattformen sollen Nutzer zum Beispiel ohne Wartezeit Musik sowie Videos in hoher Auflösung oder in 3D abspielen können.
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