Institut: Kernkraft international auf dem Rückzug

dpa | 14.10.2009
Bild: Kühltürme eines Kraftwerkes

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Berlin - Die Atomkraft ist nach Ansicht des Schweizer Prognos-Instituts weltweit auf dem Rückzug. Anders als vielfach erwartet werde es in den nächsten 20 Jahren keine Renaissance der Kernenergienutzung geben, heißt es in einem Gutachten des Instituts, das der "Süddeutschen Zeitung" vorliegt. Im Auftrag des Bundesumweltministeriums hätten die Prognos-Experten untersucht, wie sich angesichts zahlreicher geplanter Reaktorneubauten der Bestand an Kernkraftwerken entwickeln werde, berichtet die Zeitung in ihrer Mittwoch-Ausgabe.


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Dieser werde wegen des Alters der Reaktoren sukzessive sinken, erwartet das Institut. "Altersbedingte Abschaltungen" führten dazu, "dass die Zahl der Reaktoren, die installierte Leistung und die Stromerzeugung in Kernkraftwerken deutlich zurückgeht". Dadurch reduziere sich die Zahl der weltweit betriebenen Kernkraftwerke bis 2020 um 22 Prozent, bis 2030 um 29 Prozent. Derzeit sind weltweit 436 Kernkraftwerke in Betrieb. Zahlreiche Länder hatten in den letzten Jahren angekündigt, neue Reaktoren errichten zu wollen. Die Prognos-Forscher erwarten aber, dass nur rund 35 Prozent der Projekte realisiert werden. Gründe seien häufig Probleme bei der Finanzierung oder politische Instabilität.

Wie das Blatt weiter berichtet, fürchtet der Energieversorger RWE in den kommenden Jahren massive Auseinandersetzungen um die Atomkraft in Deutschland. In Schreiben an die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bundestag, Renate Künast und Jürgen Trittin, habe RWE-Chef Jürgen Großmann um Gespräche mit beiden gebeten. "Sicherlich sollte ein Thema sein, wie wir bürgerkriegsähnliche Zustände bei der Kernenergie in Zukunft vermeiden können", zitiert die Zeitung aus dem Schreiben. Künast sagte, die Atomkraftwerksbetreiber hätten den mühsam errungenen Atomkonsens einseitig aufgekündigt. "Den heraufziehenden Konflikt schaffen Herr Großmann und Co. - nicht die Menschen, die von ihrem demokratischen Recht auf Meinungsfreiheit, ihrem Demonstrationsrecht und dem schlichten Recht, den Stromanbieter zu wechseln, Gebrauch machen."

Union und FDP wollen die Laufzeiten von Atomkraftwerken verlängern. Darauf haben sie sich auf Arbeitsgruppenebene in ihren Koalitionsverhandlungen verständigt.



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