Inseln klagen gegen Windparks auf See
Oldenburg - Die Nordseeinseln Borkum und Wangerooge befürchten Nachteile für den Tourismus durch zwei geplante Offshore-Windparks in Küstennähe. Über die Klagen der beiden Inseln verhandelt das Verwaltungsgericht Oldenburg am Donnerstag. Die Kläger sehen durch den Bau der Windparks Riffgat bei Borkum und Nordergründe ihre Planungshoheit verletzt. Der bislang unverstellte Blick aufs Meer werde zugebaut. Neben Nachteilen für den Tourismus drohten zunehmende Gefahren durch Schiffskollisionen und dadurch ausgelöster Ölverschmutzungen an den Küsten und Stränden.
Für Riffgat sollen bis zu 44 Anlagen in 14 Kilometern Entfernung nordwestlich von Borkum aufgestellt werden. Der Oldenburger Energiekonzern EWE und die ENOVA-Unternehmensgruppe im ostfriesischen Bunderhee wollen den Park bauen und betreiben. Die Arbeiten sollen voraussichtlich 2011 beginnen.
Nordergründe ist rund 13 Kilometer nordöstlich von Wangerooge mit 18 Anlagen geplant. Der Betreiber ist die Energiekontor AG in Bremen. Zum Jahreswechsel 2009/2010 könnten die Rotoren nach Unternehmensangaben Strom aus Wind erzeugen und ins Netz einspeisen.
Das beklagte Gewerbeaufsichtsamt Oldenburg und die beteiligten Unternehmen halten die Klagen für unzulässig, weil sie die Gemeinden nicht in ihren eigenen Rechten verletzt sehen. Wegen der Entfernungen zu den Inseln sei allenfalls mit mittelbaren Beeinträchtigungen zu rechnen.
Ein Verhandlungstermin für ein weiteres Klageverfahren des Naturschutzverbandes BUND gegen Nordergründe steht noch aus. Naturschützer halten beide Windparks für bedenklich. Besonders Nordergründe in direkter Nähe zum Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist für den "Wattenrat" hoch problematisch. Der Zusammenschluss verbandsunabhängiger Naturschützer in Ostfriesland wirft den Behörden vor, den Vogelzug nicht genug berücksichtigt zu haben. Zudem seien Zahlen über geschützte Vogelarten in dem Gebiet heruntergerechnet worden.
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