Infineon: Drahtlos-Sparte an US-Konkurrenten Intel verkauft
Neubiberg - Der stark angeschlagene deutsche Chip-Hersteller Infineon hat an den US-Konkurrenten Intel seine Drahtlos-Sparte WSA für 1,4 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Euro) verkauft. Dies teilten die beiden Unternehmen am Montag mit. Der US-Konzern Intel will durch den Kauf mehr Geräte mit mobilem Internetzugang über das Handynetz anbieten.
Der schon lange erwartete Verkauf sei "eine strategische Entscheidung" für Infineon, erklärte der Konzern, der sich künftig auf Automobil-, Industrie- und Sicherheitstechnologie konzentrieren will. Der Konzern war in der Krise schwer angeschlagen, weshalb die Unternehmensführung Infineon derzeit umbaut und sich von Geschäftsfeldern trennt, die als nicht-strategisch gewertet werden. So trennte sich Infineon auch schon von der kriselnden Speicherchip-Sparte Qimonda, die kurze Zeit später Insolvenz anmelden musste.
Internetzugang über Handynetz boomt
WSA soll unter Führung von Intel nun den Angaben zufolge als "eigenständige Geschäftseinheit" agieren und mit ihren bisherigen Kunden weiter zusammenarbeiten. Der US-Chipriese ist bislang vor allem im Geschäft mit der drahtlosen WLAN- und Wimax-Technik aktiv. Durch den Kauf der Infineon-Sparte setzt Intel nun auf das derzeit boomende Geschäft des Internetzugangs über das Handynetz.
WSA bietet vor allem Technologie für die bislang verbreiteten Mobilfunk-Generationen GSM (2G) und UMTS (3G) an. Intel will nun nach dem Zukauf zudem auf die Mobilfunk-Technik der vierten Generation (4G) setzen: Die sogenannte LTE-Technik bietet deutlich schnellere Internetzugänge und soll schon Ende des Jahres in Deutschland starten.
Intel will Netbook-Geschäft ausbauen
Intel kann dadurch hoffen, sein Geschäft mit Chips für Notebooks und Mini-Laptops auszubauen. Die meisten der sogenannten Netbooks laufen bereits mit Intel-Chips. Wenn Intel nun auch Chips für die Internetverbindung über das Handynetz anbietet, könnten mehr Netbooks mit eingebautem Mobilfunk-Modem in die Läden kommen; die bislang meist nötigen Extra-Surfsticks entfielen dann.
Auch Tablet-PCs wie das iPad von Apple, die über einen berührungsempfindlichen Bildschirm bedient werden, und die Smartphone genannten Internethandys sollen von neuen Intel-Technologien profitieren. "Der weltweite Bedarf an Wireless-Lösungen wächst weiterhin mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit", erklärte Intel-Chef Paul Otellini. In dieser Situation habe sich der US-Chipkonzern nun "gut positioniert".
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