Industrie verständigt sich auf einheitlichen Stecker für Elektroautos
Essen/Berlin - Ein wichtiger Durchbruch ist bei der Entwicklung von Elektroautos gelungen. Eine Gruppe führender Autobauer und Energiekonzerne einigte sich auf einen einheitlichen Stecker zum Laden der mit Strom betriebenen Fahrzeuge, wie eine Sprecherin des Energiekonzerns RWE bestätigte. Damit können zukünftige Besitzer von Elektroautos sicher sein, dass sie ihr Fahrzeug auch überall mit neuer Energie aufladen können.
Der Normstecker soll den Angaben zufolge noch auf der Hannovermesse präsentiert werden, die Bundespräsident Horst Köhler am Sonntagabend eröffnen wollte. Nach einem Bericht der "Welt" (Montagsausgabe) ist der Stecker dreiphasig und arbeitet mit einer Spannung von 400 Volt. Die Leistung ermögliche es, Elektroautos innerhalb weniger Minuten wieder aufzuladen.
Nach den Worten der Leiterin der Abteilung für die Entwicklung neuer Geschäftsfelder beim Stromkonzern RWE, Carolin Reichert, ist die Normung entscheidend für die Entwicklung der zukünftigen Stromautos. Nur wenn es europaweit einheitliche Anschlüsse für die Stromautos gebe, könnten diese in Großserie gebaut werden, sagte sie der "Welt".
"Ein Auto muss in Italien genauso betankt werden können, wie in Dänemark, Deutschland oder Frankreich", sagte Reichert der Zeitung. Probleme, wie es sie bei Rasierapparaten oder Laptops in fremden Ländern gebe, müssten für den PKW-Vertrieb vorab gelöst werden. Die Standards sollten für jeden Anbieter frei zugänglich sein. Einen Zeitplan zur Einführung des neuen Steckers gibt es nach Angaben der RWE-Sprecherin allerdings noch nicht, die Gespräche der Konzerne liefen weiter.
An der Entwicklung der gemeinsamen Ladestationen arbeiten nach früheren Angaben von RWE die Autokonzerne Volkswagen, Daimler, BMW, Ford, General Motors, PSA Peugeot Citroën, Fiat, Toyota, Mitsubishi und die großen westeuropäische Energiekonzerne E.ON, EnBW, Vattenfall, Electricité de France, Npower in Großbritannien, Endesa in Spanien und Enel in Italien mit.
RWE und Daimler hatten im September einen Pilotversuch mit Elektroautos in Berlin gestartet. BMW kooperiert auf dem Gebiet mit Vattenfall und Eon, Volkswagen ebenfalls mit Eon.
Die Autoindustrie setzt große Erwartungen an das Elektroauto als klimafreundliche Energie. Umweltschützer kritisieren dagegen, Elektroautos seien ähnlich umweltschädlich wie herkömmliche Autos. Die Emissionen entstünden bei der Stromherstellung statt bei der Verbrennung im Motor. Sie fordern daher, der Strom für Elektroautos müsse komplett aus erneuerbaren Energien stammen.
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