In der Asse lagert zehnmal soviel Atommüll wie erwartet
Hannover - In den 70er Jahren wurde in dem maroden Versuchsendlager Asse II bei Wolfenbüttel zehnmal soviel mittelradioaktiver Müll eingelagtert wie bisher angenommen wurde. Das werde aus einem neuen Inventarbericht des früheren Betreibers Helmholtz-Zentrum ersichtlich, wie eine Sprecherin des niedersächsischen Umweltministeriums am Freitag in Hannover sagte. Damit bestätigte sie einen Bericht der "Braunschweiger Zeitung".
Insgesamt wurden in dem einsturzgefährdeten ehemaligen Salzbergwerk zwischen 1967 und 1978 rund 126.000 Fässer mit schwach- und mittelaktivem Atommüll deponiert. Bislang gingen die Verantwortlichen davon aus, dass 1300 dieser Fässer mittelradioaktivem Müll enthalten. Weitere 14.779 Fässer, in denen bislang schwachradioaktiver Müll vermutet wurde, wurden mit einer besonderen Abschirmung durch Beton versehen. Wegen dieser Abschirmung müsse nun davon ausgegangen werden, dass es sich ebenfalls um mittelradioaktiven Müll handele, sagte die Sprecherin.
Nach einer Serie von Pannen und Fehler war das Helmholtz-Zentrum Anfang 2009 als Betreiber durch das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) abgelöst worden. Das BfS entschied sich Anfang des Jahres aus Sicherheitsgründen für die Rückholung des Mülls aus dem maroden Bergwerk. Seit dieser Woche laufen erste Probebohrungen, um Verfahren zu testen, mit denen die insgesamt zwölf Lagerkammern auf radioaktive Verseuchung und den Zustand der Fässer untersucht werden sollen. Zur jetzt festgestellten deutlich größeren Menge mittelaktiver Abfälle sagte die Ministeriumssprecherin: "Die geplante Rückholung wird dadurch nicht einfacher."
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