Immer mehr Jugendliche tappen in die Schuldenfalle Handy
dpa | 15.03.2004
Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt geraten immer mehr Jugendliche wegen nicht bezahlter Handy-Rechnungen in den Schuldensumpf. "Viele können den verlockenden Werbesprüchen der Anbieter nicht widerstehen", sagte die Leiterin der Schuldnerberatungsstelle der Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt in Halle, Rita Baumann, am Montag. "Hier sind Eltern, Freunde und die Schule gefragt."
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"Die kleinen Beträge summieren ganz schnell, so dass viele Jugendliche einfach den Überblick verlieren", sagte Baumann. Viele wechseln dann einfach zum nächsten Anbieter und telefonieren weiter ohne über die Schulden und die Folgen nachzudenken. "Zum Beispiel kam eine 21-jährige Frau mit neun Handy-Verträgen in die Beratung", sagte Baumann.
Zudem sieht die Expertin diese Entwicklung auch durch die hohe Arbeitslosigkeit, fehlende Ausbildung und das Umfeld der Jugendlichen begünstigt. "Vor ein paar Jahren kamen noch wenige Jugendliche, meist in Begleitung der Mutter, zu uns. Heute kommen die Jugendlichen in Scharen", sagte Baumann.
Die Expertin rät: "Wenn schon ein Handy, dann sollte es besonders für Kinder und Jugendliche ein so genanntes Karten-Handy sein, um die Kosten nicht ins Uferlose laufen zu lassen."
Ansonsten sollten Menschen mit Geldproblemen ein Haushaltsbuch führen. "Sie können damit Einnahmen und Ausgaben einfach besser kontrollieren", sagte Baumann.
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