IFA 2005: Die digitale Revolution
Getragen wird das Wachstum massgeblich von digitalen Flachbild- Fernsehern. Bei den Umsätzen überholten die LCD- und Plasma-Geräte bereits herkömmliche Bildröhren-Technik, und beim Volumen ist nach Aussagen von Händlern das Gleichgewicht erreicht. Von der IFA und vor allem von der Fussball-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr erwartet die Branche einen weiteren Schub.
Mit Blick auch auf die WM stellt der Bezahlsender Premiere in Berlin sein Programm im hochauflösenden Standard HDTV vor, das im November mit zunächst drei Kanälen auch in Deutschland starten soll. HDTV liefert dank deutlich höherer Auflösung gestochen scharfe und detailreichere Bilder. Die meisten neuen Flachbild-Fernseher sind bereits HD-kompatibel, auch wenn es noch Zweifel daran gibt, wie schnell sich der neue Standard durchsetzt. Die Fussball-WM wird jedenfalls erstmals auch in Deutschland in HD zu sehen sein - allerdings nur gegen Bezahlung bei Premiere. ARD und ZDF entschieden sich zwar für das Breitbild-Format 16:9, senden aber noch in PAL.
Die WM soll auch dem mobilen Fernsehempfang auf Mini-TV-Geräte oder Handys einen Schub geben. Auf der IFA sind zahlreiche Geräte für die Standards DVB-H und DMB zu sehen. Die Industrie hofft zudem auf einen Schub für das digitale Radio mit Formaten wie DAB oder dem Kurzwellen-Nachfolger DRM.
Mit Spannung erwartet werden kann die Vorstellung der neuen Fernseh-Technik SED von Toshiba, die die Vorzüge von Flachbildschirm und Röhre vereinen und dadurch ein besseres Bild liefern soll.
Als Nachfolge-Kandidaten für die DVD präsentieren zwei rivalisierende Industriegruppen Laufwerke, Player und Recorder der Formate Blu-ray disc und HD-DVD. Die neue Scheiben haben eine deutlich höhere Kapazität, allerdings wird mit einer Markteinführung hier zu Lande auch 2006 kaum mehr gerechnet.
Die viel beschworene Konvergenz von Unterhaltungselektronik und Computertechnik wird greifbare Realität. Medienserver, die Musik oder Filme aufzeichnen und zum Teil auch drahtlos im ganzen Haus verteilen können, sehen aus wie typische Heimelektronik-Geräte, ticken aber wie ein PC. So genannte Streaming Clients beziehen Videos, Songs oder Fotos von der Festplatte des Computers und geben sie an Fernseher oder Musik-Anlage weiter. Festplatten erobern nach DVD-Rekordern und mobilen Playern nun auch Videokameras.
Zur Überraschung vieler ist auch das klassische Stereo-HiFi im Aufwind. Neben zahlreichen neuen Geräten ist die von der Zeitschrift "Audio" zusammengestellte teuerste Anlage der Welt im Wert von rund einer Million Euro zu bewundern.
Bei vielen Produkten gibt es zum Teil drastische Unterschiede zwischen den Preisen etablierter Marken und aufstrebender Billigherstellern. Während Händler und Marken-Vertreter betonen, dass sich die Preisdifferenz auch in merklichen Qualitätsunterschieden widerspiegelt, können sich die Verbraucher auf der IFA selbst ein Bild davon machen.
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