IAEO-Chef Mohammed el Baradei - wenig Lob und viel Kritik
Der am 17. Juni 1942 in Ägypten geborene Baradei studierte zunächst Rechtswissenschaften in Kairo. Seit 1964 arbeitete er als Diplomat unter anderem in den Vertretungen seines Landes bei den Vereinten Nationen in Genf und New York, wo er - nebenbei - im Fach Internationales Recht promovierte.
Zur IAEO kam Baradei 1984, wo er unter anderem die Abteilung für Auswärtige Angelegenheiten leitete und dann als Stellvertreter des schwedischen Generaldirektors Hans Blix arbeitete. 1997 wurde er als erster Repräsentant eines Entwicklungslandes Blix-Nachfolger. Baradei führte sein Amt betont unparteiisch. Obwohl ihm Beobachter in Wien grosses diplomatisches Geschick bescheinigen, scheute er sich auch nicht, deutliche Worte zu sprechen.
Besonders heikel war seine Rolle vor dem US-Krieg gegen den Irak 2003. Damals standen die IAEO-Waffeninspekteure unter massivem Druck Washingtons, "Beweise" für Geheimdienst-Berichte zu finden, wonach Saddam Hussein Massenvernichtungswaffen besass. Wenige Wochen vor Kriegsbeginn erklärte der Ägypter dann öffentlich, seine Behörde habe "keine Beweise gefunden", wonach Saddam Hussein ein Atomwaffenprogramm besitze. Angesichts des Drucks der USA drohte der bedrängte Baradei sogar kurz mit seinem Rücktritt. Inzwischen wurde er für eine dritte Amtszeit bestätigt.
Dem IAEO-Chef werden in Wien Ambitionen nachgesagt, die über sein heutiges Amt hinaus gehen. Immer wieder heisst es, er strebe die Nachfolge von UN-Generalsekretär Kofi Annan an. Ob ihm der Friedensnobelpreis dabei helfen kann, bleibt abzuwarten.
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