Hohe Stromkosten: Hamburger Aluminium-Werk bedroht [Update]

dpa | 17.06.2005
Bild: Stromleitungen

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Hamburg (dpa) - Für das von der Schliessung bedrohte Hamburger Aluminium-Werk (HAW) gibt es vielleicht noch Hoffnung. Die drei Anteilseigner des Hamburger Aluminium-Werks, das zum Grossteil bereits Ende 2005 geschlossen werden soll, werden ein neues Strompreisangebot von HEW/Vattenfall prüfen, sagte HAW-Geschäftsführer Hans-Christof Wrigge am Freitag der dpa.

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Der norwegische Energie- und Aluminiumkonzern Norsk Hydro hatte am Donnerstag angekündigt, wegen zu hoher Energiekosten die beiden Werke in Hamburg und Stade mit rund 900 betroffenen Beschäftigten Ende dieses und nächsten Jahres schliessen zu wollen. Er will die Aluminiumproduktion in seinem grössten deutschen Werk in Neuss konzentrieren. Am HAW sind Norsk Hydro, Alcoa und Amag zu je einem Drittel beteiligt. Die Gesellschafter wollen am Montag über die Schliessung beraten.

Der Präses der Hamburger Handelskammer, Karl-Joachim Dreyer, forderte die drei HAW-Anteilseigner auf, das nach einer Hängepartie am Donnerstag vorgelegte Strom-Angebot "sorgfältig" zu prüfen. "Es wäre völlig unverständlich und von den Gesellschaftern nicht verantwortbar, wenn das nicht geschähe", sagte Dreyer. Ausserdem müsse die Politik Norsk Hydro, die HAW-Gesellschafter und den Versorger an einen "gemeinsamen Tisch" holen, um die Werke zu retten.

Der Energielieferant HEW/Vattenfall hat in seinem Plan angekündigt, den bestehenden Strom-Liefervertrag um sechs Monate zu verlängern und damit eine Belastung in zweistelliger Millionenhöhe hinzunehmen. Im Gegenzug fordert der Versorger eine zweijährige Bestandsgarantie für das Hamburger Werk. Diese stufte der HAW-Manager als problematisch ein. "Man weiss nicht, wie sich die Strompreise in dieser Zeit entwickeln", sagt Wrigge. Die HEW halten ihr Angebot weiterhin aufrecht und hoffen auf Gespräche, hiess es am Freitag.

Die Bundesregierung hat Kontakt mit dem norwegischen Konzern aufgenommen. Die Aluminiumindustrie sei in Deutschland vor allem für den Automobilstandort von grosser Bedeutung, sagte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement (SPD). Deshalb wolle er "das uns Mögliche tun, die vor Schliessung bedrohten Standorte zu erhalten."



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