Hohe Ölpreise lösen neue Debatte über Atomkraftwerke aus
Der Naturschutzbund NABU sprach von einem "verantwortungslos populistischen Umgang mit Zukunftsfragen". Die Umweltexpertin der Grünen, Michaele Hustedt, meinte, die CSU setze auf "Dinosauriertechnologien". SPD-Fraktionsvize Michael Müller sagte, Stoiber zeige sich als "Repräsentant alten Denkens". Dagegen forderte die FDP-Energieexpertin Gudrun Kopp eine Neuverhandlung des Atomkonsenses mit der Industrie. Er sieht die schrittweise Abschaltung der 19 deutschen Atomkraftwerke innerhalb von 20 Jahren vor. Der Bau neuer Reaktoren wird ausgeschlossen.
Bayerns Wirtschaftsminister Otto Wiesheu (CSU) sagte, das von der "Welt" zitierte Energiepapier sei bereits Anfang Mai vorgestellt worden. "Konkret geht es um die Verlängerung der Laufzeiten von bestehenden, sicheren Kernkraftwerken und nicht aktuell um den Neubau", sagte er. Auch CSU-Generalsekretär Markus Söder betonte, ein Neubau stehe "derzeit nicht auf der Tagesordnung". Dem Bayerischen Rundfunk sagte er: "Wir müssen den Ausstieg aus dem Ausstieg machen."
Die CSU setzt sich wie die Schwesterpartei CDU schon seit langem dafür ein. In ihrem Energie-Konzept heisst es, die weitere Nutzung der Kernenergie sei "unverzichtbar für eine nachhaltige Entwicklung im Energiebereich". Unterstützung kam von Baden-Württembergs Ministerpräsident Erwin Teufel (CDU). Für den Klimaschutz sei ein Energiemix unter Beteiligung der Atomenergie notwendig, sagte er der "Welt" (Freitag). "Wer wirklich Emissionen reduzieren will, kommt heute um Kernenergie nicht herum."
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