Hoffnung und Skepsis: Vattenfall mit Pilotanlage für Kohlekraftwerk

dpa
Bild: Stromleitungen



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Spremberg (dpa) - Hoffnung und Skepsis begleiten die Diskussion um die Zukunft der Braunkohle in Deutschland. Bei keinem anderen fossilen Energieträger wird bei der Verbrennung so viel von dem Treibhausgas Kohlendioxid freigesetzt. Während Umweltschützer deshalb immer lauter einen Ausstieg aus der Braunkohleverstromung fordern, setzen Kraftwerksbetreiber wie Vattenfall Europe auf neuartige Technologien. In der Pilotanlage eines Braunkohlekraftwerks, das Vattenfall am Dienstag im südbrandenburgischen Spremberg in Betrieb nahm, will der Energieerzeuger nachweisen, dass dem "Klimakiller" der Weg in die Atmosphäre versperrt werden kann.

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Das Schlüsselwort dafür heißt für Vattenfall CCS (Carbon Capture and Storage). Nach dieser Technik wird das in der Anlage im Industriepark Schwarze Pumpe hochkonzentrierte CO2 vom Rauchgas abgetrennt, unter Druck verflüssigt und zum unterirdischen Lager in der Altmark (Sachsen-Anhalt) transportiert.

Die Spitzenvertreter von Vattenfall lobten bei der Inbetriebnahme der 70 Millionen Euro teuren Anlage die CCS-Technologie als weltweit einzigartig und alternativlos. Zugleich äußerten sie ihre Zuversicht, dass diese auf lange Sicht die Zukunft der Kohle sichert. "Die CCS-Technik kann aber nur eine Brückentechnologie sein", sagte der Vattenfall-Vorstandschef Tuomo Hatakka. "Sie gibt uns die Zeit, bis wir eines Tages mehr Strom aus regenerativen Energien erzeugen können."

Doch Umweltverbände und Politiker wie die stellvertretende Grünen- Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Bärbel Höhn, halten nicht viel von der CCS-Technologie. Sie sei ineffizient, unausgereift und teuer, bemängelte Höhn. "Vattenfall und Co. reden CCS schön, um den Neubau klimaschädlicher Kohlekraftwerke durchzusetzen." Ähnlich sahen es auch Mitglieder einer Klima-Allianz, die vor der Anlage mit Transparenten und Sprechchören gegen die Anlage und neue Tagebaue von Vattenfall in der Lausitz protestierten.

"Bei der CCS-Technologie entstehen anfangs Wirkungsgradverluste bei der Kohleverstromung von zehn Prozentpunkte", erläuterte Hubertus Altmann. Der Vattenfall-Abteilungsleiter Technik wies aber zugleich auf ein umfangreiches Forschungsprogramm hin, in dessen Rahmen Vattenfall mit Partnern diese Kennziffern verbessern wolle. Das solle vor allem durch eine Kohlevortrocknung und die Optimierung des Kraftwerksbetriebes geschehen. Frank Schilling vom Potsdamer Geoforschungszentrum, das die Erforschung einer CO2-Lagerstätte in Ketzin (Havelland) leitet, ergänzte: "Wir werden die Fachkompetenz in Deutschland bündeln, um das CO2 in der Lagerstätte sicher speichern zu können."

Reinhardt Hassa, Vorstandschef der Vattenfall-Geschäftseinheit Mining & Generation, stellte die erste Einspeicherung des CO2 aus der Pilotanlage für das erste Quartal 2009 in Aussicht. Hassa ist ebenso wie Hatakka und der schwedische Präsident der Vattenfall-Gruppe, Lars G. Josefsson, davon überzeugt, mit der CCS-Technik auf dem richtigen Weg zu sein. Wenn diese Technologie ausgereift sei, werde sich auch der Strompreis auf ein Marktniveau einpendeln. Josefsson warb wegen der hohen Investitionskosten um Unterstützung in einer öffentlichen- privaten Partnerschaft.



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