Hintergrund: Vier Konzerne haben deutschen Strommarkt im Griff

dpa | 07.09.2004
Bild: Stromleitungen


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Essen (dpa) - Grosse Energiekonzerne haben den deutschen Strommarkt fest im Griff - daran hat auch die Ende der 90er Jahre eingeleitete Liberalisierung nichts geändert. "Vor allem die beiden Marktführer RWE und E.ON bestimmen grosse Teile des deutschen Marktes", stellt Manuel Frondel vom Essener Wirtschaftsforschungs- Institut RWI fest.

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Bei einer vom Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) errechneten Stromerzeugung von 560 Milliarden Kilowattstunden, produziert allein der grösste deutsche Energiekonzern RWE 196 Milliarden Kilowattstunden (kwh), davon 185 Milliarden kWh in Deutschland. Der Konkurrent E.ON kommt auf eine Eigenerzeugung von knapp 163 Milliarden kWh, dazu kommen Strombezüge von knapp 118 Milliarden kWh. E.ON unterscheidet dabei jedoch nicht zwischen dem deutschen und internationalen Geschäft.

Zusammen mit dem schwedischen Energiekonzern Vattenfall (HEW und Bewag) und dem baden-württembergischen Versorger EnBW ist die deutsche Stromerzeugung damit nach einer Schätzung des Essener Verbands der industriellen Energie-und Kraftwirtschaft (VIK) zu etwa 80 Prozent in den Händen von nur vier Unternehmen. "Ein Wettbewerb funktioniert da nicht", sagt VIK-Sprecher Roland Schmied.

"Nach der Liberalisierung 1998 hat es zuerst ein Hauen und Stechen um Marktanteile gegeben. Doch die Konzerne haben schnell gelernt", sagt Schmied. Mitglieder des Essener Verbandes, der die Interessen industrieller Stromverbraucher vertritt, hätten derzeit nur noch wenig Auswahl unter den Stromanbietern. "Da kommen nur noch wenige Angebote, die sich meist kaum noch unterscheiden", berichtete Schmied.

Hintergrund der starken Konzentration auf dem deutschen Strommarkt war eine Welle von Fusionen und Übernahmen nach dem Start der Liberalisierung. Milliardenschwere Investitionskosten für neue Kraftwerke und hohe Preise für die Stromdurchleitung durch fremde Netze schotteten den Markt zusätzlich gegen fremde Anbieter ab, sagte Frondel.

Von der Arbeit des im kommenden Jahr angekündigten Regulierers erhoffen sich nun viele Stromkunden und Experten wieder sinkende Preise vor allem bei den Kosten für die Nutzung der Stromnetze. Energie-Experte wie Wolfgang Irrek vom Wuppertal Instituts werfen den Unternehmen bei den angekündigten Preiserhöhungen bereits "Taktik" vor. "Jetzt geht es auch darum, die Kriegskasse zu füllen", sagte Frondel.



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