Hintergrund: Strompreis ist auch von staatlichen Abgaben geprägt

dpa
Bild: Stromleitungen



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Hamburg (dpa) - Die Strompreise für den Endverbraucher sind - ähnlich wie bei Benzin oder Zigaretten - auch stark durch staatliche oder durch den Staat veranlasste Steuern und Abgaben geprägt. Daneben wirken die Wettbewerbssituation und die Kosten für die Brennstoffe der Kraftwerke auf den Strompreis ein.

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Nach einer Musterrechnung des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) muss ein durchschnittlicher Drei- Personen-Haushalt in Deutschland monatlich 52,38 Euro für Strom bezahlen. Das sind 2,43 Euro mehr als im Jahr 1998. Damit hat sich Strom weniger verteuert, als es der allgemeinen Preisentwicklung entspricht. Im gleichen Zeitraum sei jedoch der Staatsanteil von 25 auf 40 Prozent gestiegen, so die Stromwirtschaft. Der reine Strompreis liege dagegen mit 31,52 Euro um rund 20 Prozent unter dem Wert von 1998.

Neue Belastungen für den Verbraucher brachten seitdem die Öko- Steuer (5,97 Euro/Monat), das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG/1,58 Euro) und das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (0,85 Euro). Durch die höhere Abgabenlast stieg auch die Mehrwertsteuer von 6,92 auf 7,24 Euro.

Mit den verschiedenen Abgaben verfolgt der Staat unterschiedliche Ziele: Die Kosten aus dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz kommen den Betreibern von KWK-Anlagen zugute, während die EEG-Kosten an die Erzeuger von Strom aus regenerativen Energien gehen, vor allem Betreiber von Windkraftanlagen. Die Öko-Steuer wird eingesetzt, um den Beitrag zur Rentenversicherung stabil zu halten und damit die Lohnnebenkosten zu begrenzen. Zusätzlich erheben viele Gemeinden eine Konzessionsabgabe, die von der Stromwirtschaft mit durchschnittlich 5,22 Euro angegeben wird und zur Finanzierung kommunaler Aufgaben dient.

Mit der bevorstehenden Preisrunde in der Stromwirtschaft wird der echte Strompreis steigen, ohne Abgaben. Dazu tragen die hohen Frachtraten und die stark gestiegenen Preise für Importkohle bei, mit der ein Viertel der deutschen Kraftwerke beheizt wird. Auch die steigenden Gaspreise spielen eine Rolle, weil rund zehn Prozent des Stroms in Gaskraftwerken erzeugt werden. Im Grosshandel sind die Preise für Strom bereits stark geklettert, in Deutschland ebenso wie in den europäischen Nachbarstaaten.



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