Hintergrund: ITER, die Kernfusion, ihre Voraussetzungen und die Radioaktivität
DIE BEDINGUNGEN FÜR EINE KERNFUSION sind extrem: Der eigentliche Brennstoff muss auf rund 100 Millionen Grad Celsius erhitzt und dabei berührungslos in der Brennkammer eingeschlossen werden. Würde dieses heisse so genannte Plasma die Reaktorinnenwände berühren, würde es sofort abkühlen und eine Fusion unmöglich machen. Da die Wasserstoffteilchen bei solch hohen Temperaturen elektrisch leitend sind, benutzen die Fusionsforscher extrem starke Magnetfelder, um das Plasma einzuschliessen. Gleichzeitig müssen sie für eine hohe Wärmeisolation sorgen und mit der richtigen Magnetfeldanordnung den Brennstoff ausreichend verdichten, um das Sonnenfeuer zu entzünden. Schliesslich müssen noch Verunreinigungen, die zwangsläufig während des Betriebs entstehen, fortlaufend aus dem heissen Plasma entfernt werden.
Bei einem Fusionskraftwerk entsteht eine vergleichsweise geringe Menge an RADIOAKTIVITÄT. Die in der Kernverschmelzung frei werdenden Neutronen erzeugen radioaktive Elemente, wenn sie auf die Reaktorwand treffen. Das strahlende Reaktorgefäss muss daher nach Betriebsende entsorgt werden. In 100 Jahren sinke die Radioaktivität auf ein Zehntausendstel des Anfangswertes, teilte das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching bei München mit.
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