Hintergrund: Fiskus hat nicht viel von hohen Benzinpreisen
Der Fiskus kann von steigenden Benzinpreisen nur wenig profitieren. Die grössten Brocken wie die gut 50 Cent Mineralölsteuer und die Ökosteuer werden in Cent je Liter berechnet und verändern sich nicht, wenn der Preis an der Tankstelle schwankt. Die Öko-Steuer hat seit ihrer Einführung 1999 das Benzin um gut 15 Cent je Liter verteuert und wird ganz überwiegend zur Rentenfinanzierung eingesetzt. CDU/CSU und FDP, die gegen die Öko-Steuer eingetreten sind, könnten sie auch als Regierungsparteien nicht abschaffen, da sie die Einnahmen benötigen. Andernfalls müsste sofort der Beitrag zur Rentenversicherung kräftig erhöht werden.
Durch die hohen Verkaufspreise nimmt der Staat jedoch zusätzliche Mehrwertsteuer ein. Gegenwärtig werden 16 Prozent auf den Nettopreis erhoben, nach den Plänen von CDU/CSU sollen es künftig 18 Prozent sein. Das würde den Benzinpreis abermals um zwei Cent erhöhen. Die Bilanz des Fiskus könnte bei hohen Benzinpreisen dennoch negativ ausfallen: Da der Verbrauch von Benzin und Diesel zurückgeht, fällt weniger Mineralölsteuer an. Im ersten Halbjahr nahm der Bund 14,3 Milliarden Euro Mineralölsteuern ein, das sind 5,8 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.
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