Hintergrund: Die Gaspreisentwicklung der vergangenen Jahre in Deutschland
dpa | 17.11.2006
Hamburg (dpa) - Die Gaspreise sind in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen und liegen derzeit auf Rekordniveau. Nach Angaben des Energie Informationsdienstes (EID) mussten Verbraucher im Oktober 2006 für 33 540 Kilowattstunden, was einer Menge von etwa 3000 Litern Heizöl entspricht, rund 2070 Euro zahlen. Diese Menge umschreibt den Jahresbedarf einer vierköpfigen Familie in einem Einfamilienhaus. Damit ist Gas mehr als doppelt so teuer wie vor fünf Jahren.
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Von Herbst 1997 bis März 2000 blieben die Preise relativ konstant. Damals mussten für die gleiche Leistung durchschnittlich etwa 1030 Euro bezahlt werden. In der Folge kletterten die Preise, im September 2001 wurde ein vorläufiger Höchststand von mehr als 1550 Euro erreicht. Es folgte eine Phase sinkender Preise, im Oktober 2002 mussten Verbraucher nur noch 1420 Euro überweisen. Zwischen Anfang 2003 und September 2004 verharrten die Preise bei rund 1500 Euro, bevor stufenweise kräftig erhöht wurde. In den vergangenen 25 Monaten kletterten die Preise um über ein Drittel auf zuletzt 2070 Euro.
Im Dezember 2004 befand das Bundeskartellamt, dass die Anhebungen nur zum Teil etwas mit dem Anstieg der Bezugskosten auf dem Weltmarkt zu tun haben. Die Differenz sei Missbrauch. Neben dem Kartellamt wacht seit Inkrafttreten des neuen Energiewirtschaftsgesetzes im Juli 2005 die Bundesnetzagentur über die Gaspreise. Mehrfach senkte sie überhöhte Entgeltanträge von Netzbetreibern. Zudem sind noch eine Reihe von Sammel- und Einzelklagen von Verbrauchern vor Gerichten in unterschiedlichen Instanzen anhängig.
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