Hintergrund: Das US-Stromnetz und seine Schwächen
dpa
Washington/Hamburg (dpa) - Die USA gehören zu den grössten Stromverbrauchern der Welt. Der Pro-Kopf-Verbrauch ist dort etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Allerdings gilt das grösstenteils überirdische Stromnetz spätestens seit dem grossen Stromausfall im August 2003 als veraltet und überlastet. Damals schalteten sich in einer Kettenreaktion mehr als 20 Kraftwerke in den USA und Kanada gleichzeitig ab. Mehr als 50 Millionen Menschen waren betroffen. Viele blieben tagelang ohne Strom.
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Das Stromnetz in den USA ist überwiegend privatwirtschaftlich organisiert. Die Liberalisierung während der 80er und 90er Jahre hat dazu geführt, dass vorzugsweise in die Energieerzeugung investiert wurde. Der Ausbau und die Modernisierung des Verteilernetzes wurden dagegen vernachlässigt. Um möglichst hohe Gewinne zu erzielen, produzieren viele Stromanbieter bis an die Grenze des Lieferbaren. Das Stromnetz arbeitet so oft am Rande seiner Leistungsfähigkeit, was zur Überlastung einzelner Leitungen führt. Diese schalten sich dann aus Sicherheitsgründen automatisch ab und verteilen die Last auf verbleibende Leitungen, die daraufhin ebenfalls zusammenbrechen. Dieser Dominoeffekt kann binnen kurzer Zeit zu grossen Stromausfällen führen.
Die Vielzahl von Betreibern und uneinheitliche technische Standards erschweren die Zuverlässigkeit des Netzes, das in drei Verbundsysteme im Osten, Süden und Westen des Landes aufgegliedert ist. In einigen Regionen wurden mittlerweile zwar unabhängige Organisationen mit dem Vertrieb beauftragt. Oftmals fehlt ihnen allerdings die Möglichkeit, Schwachstellen im System auszubessern.
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