Hessens erste öffentliche Wasserstoff-Tankstelle eröffnet
Bislang gibt es nur wenige allgemein zugängliche Wasserstoff- Tankstellen in Deutschland, etwa in Berlin und München. Auch die Zahl der mit Wasserstoff betriebenen Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen hält sich noch in engen Grenzen: Nach Schätzungen des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) sind es derzeit nicht einmal 1000, und die meisten sind zu Testzwecken unterwegs. An der neuen Tankstelle sollen unter anderem fünf Brennstoffzellenfahrzeuge des Flughafenbetreibers Fraport tanken.
"Vielleicht waren die Erwartungshaltungen der Vergangenheit, was die Realisierbarkeit angeht, zu hoch geschraubt", sagte Hessens Verkehrsminister Alois Rhiel (CDU) am Freitag. Inzwischen sehe er die Technik aber auf einem guten Weg. Die Vertreterin des Bundesverkehrsministeriums, Nilgün Parker, bekräftigte: "Unser Ziel ist, in den nächsten zehn Jahren die Marktschwelle zu erreichen." Anfang dieses Jahres hatte die Bundesregierung angekündigt, die Weiterentwicklung des Verfahrens in den nächsten zehn Jahren mit 500 Millionen Euro zu fördern.
Der an der neuen Tankstelle verkaufte Wasserstoff ist ein Nebenprodukt der in Höchst angesiedelten chemischen Industrie, muss also nicht eigens hergestellt werden. Pro Jahr fallen in Höchster Anlagen 30 Millionen Kubikmeter Wasserstoff an. Damit könnten den Angaben zufolge jährlich etwa 10 000 Personenwagen oder 400 Busse angetrieben werden. Am Eröffnungstag prangte an den Wasserstoff- Zapfsäulen 8,02 Euro als Preis pro Liter. Nach Angaben des Autobauers DaimlerChrysler, dessen Brennstoffzellen-Fahrzeuge durch Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff Antriebsenergie gewinnen, können damit gut 100 Kilometer bewältigt werden. Ein herkömmlich angetriebenes Auto mit acht Litern Durchschnittsverbrauch ist damit teurer.
Brennstoffzelle: Sauberer Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff
Brennstoffzellen können vielfältig eingesetzt werden: Die Möglichkeiten reichen von kombinierter Wärme- und Stromerzeugung im Haushalt bis zu Antrieben von Autos, Bussen und Schiffen. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom, indem sie chemische Energie direkt in elektrische umwandelt. Vom Aufbau her ähnelt sie mit ihren zwei Elektroden einer herkömmlichen Batterie.
In Brennstoffzellen reagieren im einfachsten Fall Wasserstoff (H2) und Sauerstoff (O2) zu Wasser (H2O). Um die dabei normalerweise entstehende Knallgasreaktion zu verhindern, zerlegt die Brennstoffzelle den Prozess in Teilschritte.
Mehrere Brennstoffzellen können zusammengeschaltet werden, um die gewünschte elektrische Spannung etwa für Elektromotoren zu erzeugen. Darüber hinaus lässt sich auch die Abwärme der Brennstoffzelle nutzen. Insgesamt erreicht die Technik damit einen Wirkungsgrad von bis zu 85 Prozent. Zudem sind Brennstoffzellen leiser als Generatoren und arbeiten praktisch ohne schädliche Abgase.
Allerdings muss der Wasserstoff zunächst erzeugt werden, was noch aufwendig ist. Je nach Energiequelle können dabei auch Treibhausgase entstehen. Besonders klimafreundlich wird Wasserstoff mit Hilfe von Solarenergie, Wind- oder Wasserkraft hergestellt. Als Quellen für den Wasserstoff dienen Wasser oder wasserstoffhaltige fossile Energieträger wie Öl und Erdgas.
Das Prinzip der Brennstoffzelle ist bereits seit dem
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