Heizungsmodernisierung auslagern - Energie-Contracting
Energie-Contracting ist laut Heinrich eine Möglichkeit, Sanierungsstau in Heizungskellern zu beseitigen. Viele ältere Eigentümergemeinschaften modernisierten nur zögerlich oder gar nicht ihre Anlagen. Denn das Geld reicht oft nicht aus. Mit Hilfe des Contractings eröffneten sich Möglichkeiten, wie trotz leerer Gemeinschaftskasse die Heizungsanlage erneuert werden kann.
"Im Bereich des Privatkunden ist das Energie-Contracting bisher kaum angekommen", sagt Thomas Penningh vom Verband Privater Bauherren (VPB) aus Berlin. Während es sich für Einfamilienhaus-Besitzer selten lohnt, könnten Eigentümer- und Bauherren-Gemeinschaften oder Vermieter von Mehrfamilien-Häusern dagegen profitieren.
"Contracting ist immer eine Lösung für die zentrale Beheizung eines ganzen Gebäudes. Einzelne Wohnungseigentümer können diese Lösung daher nicht nutzen, sondern nur die Eigentümergemeinschaft", sagt Ingrid Vogler vom Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) in Berlin. In der Praxis schließen die Eigentümer einen Contracting-Vertrag mit einem Energieanbieter - und haben dadurch oft einen finanziellen Vorteil.
Für Mieter kann es allerdings teurer werden, weil die Kosten, die dem Vermieter durch den Contracting-Vertrag entstehen, umgelegt werden, sagt Penningh. Das heißt, die Rechnung des Dienstleisters geht an den Vermieter, der sie voll an den Mieter weiterreichen kann.
Wer an einem Contracting interessiert ist, sollte die Fallstricke in manchen Vereinbarungen nicht außer Acht lassen. "Viele Verträge enthalten für den Contracting-Kunden oft unvorteilhafte Regelungen zum Vertragsende, die ihn nach 20 Jahren Vertragslaufzeit ohne Heizanlage stehenlassen", erläutert Expertin Heinrich. "Auch die sogenannten Preisgleitklauseln, mit der die Contracting-Unternehmen zukünftige Preissteigerungen festlegen, sollte niemand ohne fachliche Prüfung unterschreiben."
Vogler rät, sich die Verlängerungsoptionen und Kündigungsbedingungen des Vertrages genau durchzulesen. Außerdem schade es nicht, Vergleichsangebote einzuholen. Darüber hinaus müsse der Energie- beziehungsweise Wärmeverbrauch genau ausgerechnet werden, damit die Kostenermittlung am Ende stimmt.
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