Heisse Suppe bei Null-Emission - Solarkocher heizt zum Nulltarif ein
"Wenn wir das Gerät Kindern vorführen, dann kriechen die da drunter, schleichen darum herum, aber Stecker und Kabel suchen sie vergebens", sagt Baldur Schönberg, der von Beruf eigentlich Hohlglasveredler ist. Auf Hochglanz geputzte Aluminiumlamellen in der Form einer Satellitenschüssel mit 1,40 Meter Durchmesser werden in die Sonne gerichtet. Im Zentrum der Schüssel steht der Topf auf einem Rost. Und auf diesen Topf wird die vom "Sonnenschirm" aufgefangene und gebündelte Sonnenhitze abgestrahlt. "Das ist alles", sagt Schönberg.
Bei der ersten Solarkochschule am Mittwoch geht es nun aber nicht darum, Rezepte auszutauschen und Kochtechniken zu verfeinern. Ziel des Schulenergietages ist es nach Angaben der Organisatoren, mehr Menschen für erneuerbare Energien zu begeistern. Nur so werde es gelingen, in absehbarer Zeit eine wirtschaftliche Alternative zu den konventionellen Energieträgern Kohle, Erdöl, Erdgas und Atomstrom zu schaffen.
Im Vorgarten in Rheinbach sollen die Besucher aber auch selbst einen Solarkocher aufbauen. "Wer ein wenig geübt ist, der schafft das in drei Stunden", wissen die Schönbergs. Ihnen wäre es auch recht, wenn Schulen so ein Gerät kauften und im Schulbetrieb einsetzten.
Zu seiner Klientel und seinen Helfern zählt das Ehepaar Organisationen wie das DRK, Cap Anamur, die Steyler Missionare und UNICEF. Bei den praktischen Vorführungen des Solarkochers sind immer wieder auch Entwicklungshelfer dabei, die vielleicht einen Kocher in ihr Einsatzgebiet mitnehmen, Nachbestellungen kommen dann später. "Es gibt aber auch immer wieder Besucher, die einen "Solarkocher für den eigenen Garten mitnehmen", sagt Schönberg.
Einen Meter oder 1,40 Meter messen die Sonnenschüsseln im Durchmesser und wiegen jeweils neun oder 19 Kilogramm. Bei ständigem Gebrauch spart die grosse Version pro Jahr 3,6 Tonnen Kohlendioxyd (CO2), die kleinere 1,8 Tonnen. Ihre Leistung entspricht in etwa der eines herkömmlichen Elektroherdes.
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