Hauseigentümer wehren sich gegen geplanten Energiepass
dpa | 03.05.2004
Münster (dpa/lnw) - Unter Deutschlands Haus- und Grundbesitzern
wächst der Widerstand gegen den von 2006 an obligatorischen
Energiepass für jedes Haus. Der Ausweis sei in jeder Hinsicht
untauglich zur Erfassung und Kontrolle der Energie-Effizienz von
Gebäuden, sagte der Präsident das Eigentümerverbandes Haus & Grund,
Rüdiger Dorn. Der Staat konterkariere mit dem geplanten Papier seine
Deregulierungs-Pläne, sagte Dorn der dpa in Münster. Zudem komme auf
Privateigentümer eine neue Kostenlawine zu.
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Haus & Grund-Energieexperte Detlef Manger malte die Grössenordnung
aus: "Ab 2006 müssen rund 2 Millionen Energiepässe zu einem Preis von
bis zu 1000 Euro je Stück ausgestellt werden." Dadurch werde die
Motivation zu Modernisierungsmassnahmen weiter sinken. Ausserdem werde
die geplante Einstufung in Energieklassen insbesondere zu einer
Diskriminierung des Altbaubestandes führen, befürchtete Manger.
"Auch die mietrechtlichen Folgen der Überregulierung sind bereits absehbar", erklärte Manger. "Bei erhöhten Betriebskosten werden die Mieter künftig selbstständig auch dann die Mieten mindern, wenn sie sie durch eigenes Fehlverhalten verursacht haben - beispielsweise durch übermässiges Heizen oder übertriebenen Warmwasser- und Stromverbrauch." Missbräuchliches Nutzerverhalten werde jedoch von dem Energiepass in keiner Weise berücksichtigt.

