Handy-Verbot am Steuer zeigt kaum Wirkung - hohe Dunkelziffer

dpa
Bild: Hand mit Smartphone



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Stuttgart/Mannheim (dpa/lsw) - Das vor zwei Jahren eingeführte Handy-Verbot am Steuer zeigt im Land kaum Wirkung. Dies ergab eine dpa-Umfrage. Zwar werden meist keine konkreten Zahlen genannt. Nach Angaben der Polizei nimmt aber die Zahl der Autofahrer, die gegen das Verbot verstossen, vielerorts zu. Kontrollmöglichkeiten seien eingeschränkt, Freisprecheinrichtungen für viele Autofahrer ein Fremdwort. Meist fehle der Polizei auch das notwendige Personal für Stichproben.

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"Gezielte Stichproben sind personalintensiv. Dafür brauchen wir drei bis vierte Beamte und zwei Fahrzeuge", sagt Norbert Deuschle von der Landespolizeidirektion I in Stuttgart. Zahlen zu den Handy- Verstössen in seinem Bereich kann er zwar nicht nennen, die Tendenz sei aber "eher steigend". Er verweist auf die Ankündigung von Verkehrsminister Manfred Stolpe (SPD), wonach Autofahrer künftig mit höheren Strafen für die Benutzung von Mobiltelefonen rechnen müssen. Deuschle hofft, dass davon eine Signalwirkung ausgeht. Über die Geldstrafe von 40 (früher: 30) Euro hinaus soll den Verkehrssündern nach Stolpes Plänen ein Punkt im Flensburger Verkehrszentralregister eingetragen werden.

Hermann Karpf von der Landespolizeidirektion II berichtet von rund 600 Anzeigen wegen Verstosses gegen die Handy-Regel im vergangenen Jahr. Kontrollen seien aufwändig, das Überführen nicht so einfach. Er glaubt, dass die Dunkelziffer im Bereich "Hand-am-Steuer als Unfallverursacher" sehr hoch ist: "So manch eine Felge ist bestimmt dem Telefonieren zum Opfer gefallen."

Die Mannheimer Polizei erwischt pro Monat 10 bis 20 Fahrer mit Handy am Ohr. Die Zahl der telefonierenden Autofahrer sei unvermindert hoch, sagt Polizeisprecher Michael Boll. Die Fahrer seien bei einem nicht angelegten Sicherheitsgurt wesentlich einsichtiger als beim Handy: "Beim Gurt begreifen sie die Lebensgefahr besser." Auch der Sprecher der Heidelberger Polizei, Heinz Stegmaier, berichtet von einer steigenden Zahl der Fahrer, die am Steuer telefonieren. Strafe scheine Handyfans nicht abzuschrecken.

Der Freiburger Polizeisprecher Ulrich Brecht meint, die Polizei habe kaum eine Chance, während der Fahrt einen Telefonierenden zu stoppen. Lediglich bei fest stehenden Kontrollstellen könne die Handy-Moral der Autofahrer überprüft werden. Da die meisten Kontrollstellen aber schon von weitem sichtbar seien, könnten Autofahrer rechtzeitig ihr Telefon zur Seite legen und blieben somit unerkannt.

"Wir beobachten jeden Tag, dass die meisten Autofahrer keine Freisprechanlage haben und ihr Handy daher ans Ohr halten", sagt Brecht. In Freiburg und Umgebung würde jedoch nur eine geringe Zahl angezeigt werden - nicht einmal fünf pro Woche. Nach Angaben der Stadt Karlsruhe hält sich kaum jemand an das Handy-Verbot.



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