Handy-Verbot am Steuer zeigt kaum Wirkung - hohe Dunkelziffer
Hermann Karpf von der Landespolizeidirektion II berichtet von rund 600 Anzeigen wegen Verstosses gegen die Handy-Regel im vergangenen Jahr. Kontrollen seien aufwändig, das Überführen nicht so einfach. Er glaubt, dass die Dunkelziffer im Bereich "Hand-am-Steuer als Unfallverursacher" sehr hoch ist: "So manch eine Felge ist bestimmt dem Telefonieren zum Opfer gefallen."
Die Mannheimer Polizei erwischt pro Monat 10 bis 20 Fahrer mit Handy am Ohr. Die Zahl der telefonierenden Autofahrer sei unvermindert hoch, sagt Polizeisprecher Michael Boll. Die Fahrer seien bei einem nicht angelegten Sicherheitsgurt wesentlich einsichtiger als beim Handy: "Beim Gurt begreifen sie die Lebensgefahr besser." Auch der Sprecher der Heidelberger Polizei, Heinz Stegmaier, berichtet von einer steigenden Zahl der Fahrer, die am Steuer telefonieren. Strafe scheine Handyfans nicht abzuschrecken.
Der Freiburger Polizeisprecher Ulrich Brecht meint, die Polizei habe kaum eine Chance, während der Fahrt einen Telefonierenden zu stoppen. Lediglich bei fest stehenden Kontrollstellen könne die Handy-Moral der Autofahrer überprüft werden. Da die meisten Kontrollstellen aber schon von weitem sichtbar seien, könnten Autofahrer rechtzeitig ihr Telefon zur Seite legen und blieben somit unerkannt.
"Wir beobachten jeden Tag, dass die meisten Autofahrer keine Freisprechanlage haben und ihr Handy daher ans Ohr halten", sagt Brecht. In Freiburg und Umgebung würde jedoch nur eine geringe Zahl angezeigt werden - nicht einmal fünf pro Woche. Nach Angaben der Stadt Karlsruhe hält sich kaum jemand an das Handy-Verbot.
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