Handelsblatt: RWE wird Übernahme der polnischen Enea zu teuer

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Essen - Der Energiekonzern RWE schreckt laut einem Pressebericht vor der geplanten Übernahme des polnischen Energieversorgers Enea zurück. Das Essener Unternehmen sei nicht bereit, die hohen Preisvorstellungen der Regierung in Warschau zu erfüllen, berichtete das "Handelsblatt" (Mittwoch) aus mit den Verhandlungen vertrauten Kreisen. Eine Einigung sei deshalb kaum noch möglich. Vermutlich werde der Verkaufsprozess wieder für andere Bieter geöffnet.


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Mitte August hatte die Regierung den deutschen Energiekonzern nach einem monatelangen Bieterverfahren noch als exklusiven Verhandlungspartner ausgewählt und ihm Einblick in die Bücher gewährt. Eigentlich sollte das RWE-Management bis zu diesem Donnerstag ein verbindliches Gebot abgeben. Laut Zeitung ist offen, ob RWE das noch machen wird. Die Vorstellungen der polnischen Regierung und von RWE lägen aber ohnehin zu weit auseinander.

Der Aktienkurs der wenigen frei gehandelten Aktien von Enea wurde durch den Verkaufsprozess von 14 Zloty auf zwischenzeitlich mehr als 25 Zloty je Aktie getrieben und notiert nun noch immer über 21 Zloty. Während RWE nicht bereit sei, so viel zu bezahlen, fordere die Regierung sogar noch einen Aufschlag, schrieb das Blatt unter Berufung auf die Kreise. Insgesamt wird das Unternehmen derzeit mit 2,3 Milliarden Euro bewertet. Zum Verkauf steht der staatseigene Anteil von 67 Prozent, der rund 1,5 Mrd. Euro wert ist.

Die polnische Regierung hatte in den vergangenen Tagen bereits ihren Unmut zum Ausdruck gebracht. Der für die Privatisierung zuständige Staatssekretär Jan Bury hatte erklärt, dass die Regierung auch wieder für Gegenofferten offen sei. Der bereits mit 19 Prozent an Enea beteiligte schwedische Energiekonzern Vattenfall könne jederzeit eine Offerte einreichen. Die Regierung wolle die Transaktion noch in diesem Jahr abschließen. Inzwischen wird in Polen auch über ein Interesse des französischen Konkurrenten GDF Suez spekuliert.



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