Handelsblatt: RWE im Streit mit EU zur Abgabe des Gasnetzes bereit
dpa
Düsseldorf (dpa-AFX) - Der Versorgerkonzern RWE ist laut einem Pressebericht offenbar bereit, große Teile seines Gasnetzes abzugeben, um einen Kartellstreit mit der EU zu beenden. Derzeit verhandele die EU-Kommission mit RWE über eine Abgabe der Überlandleitungen für den Gastransport, will das "Handelsblatt" (Mittwoch) aus Kreisen erfahren haben, die mit den Verhandlungen vertraut sind. Im Gegenzug soll die Wettbewerbsbehörde ein laufendes Kartellverfahren beilegen. Die Verhandlungen seien zwar noch nicht beendet, aber offenbar bereits weit fortgeschritten.
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Der Bundesregierung, die sich bislang gegen die Aufspaltung der Energiekonzerne zur Wehr setzt, bricht laut Bericht damit die Basis ihres Widerstands weg. Denn in der Auseinandersetzung um die Entflechtung der Energiekonzerne hat bereits E.ON zugesagt, sich von seinem Hochspannungsnetz für Strom zu trennen. Die EU-Kommission drängt seit rund zwei Jahren auf eine Entflechtung der großen Energiekonzerne, indem der Netzbetrieb von Produktion und Vertrieb getrennt wird. Sie will so den schleppenden Wettbewerb auf dem Energiemarkt in Schwung bringen. Vor allem in Deutschland stieß sie mit ihren Plänen auf erbitterten Widerstand.
Das Verfahren gegen RWE hat die Kommission vor rund einem Jahr eingeleitet. Sie wirft dem Konzern vor, Konkurrenten beim Zugang zu seinem Gasnetz in Nordrhein-Westfalen benachteiligt zu haben. Der Konzern hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen.
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