Häuslebauer im Osten heizen vermehrt mit Erdwärme
In Deutschland habe sich herumgesprochen, dass die Gommeraner mit ihrem Prinzip der Nutzung von Erdwärme erfolgreich seien. "Ein Mehrfamilienhaus wird im sächsischen Coswig bereits den dritten Winter stabil beheizt, eine Schule in Zittau und ein Verwaltungsgebäude in Riesa haben eine sichere Erdheizung genau wie eine Sparkasse in Oberndorf bei Stuttgart oder eine Werkhalle im schwäbischen Vöhringen".
Die Anerkennung mit dem Innovationspreis Sachsen-Anhalts 2004 habe zwar Freude im Unternehmen ausgelöst, aber so richtig erkannt werde in Sachsen-Anhalts Landesregierung wohl die neue Technik doch nicht, urteilt Wagner. "Mit geringen Mitteln könnten hier Tausende Arbeitsplätze geschaffen werden, um die Erdwärme als Energiequelle im grossen Masse nutzbar zu machen. Denn es gibt in Deutschland einen erheblichen Wärmebedarf, der mit Erdwärme gedeckt werden könnte", ist sich Wagner sicher.
Mit einem Wirkungsgrad von rund 70 Prozent seien Wärmepumpen für Erdwärmeanlagen anderen Energieträgern weit überlegen, sagte der Experte. Und das Erdkraftwerk arbeite unabhängig von Sonnenschein oder Wind. Während in der Schweiz oder Schweden bereits 30 Prozent der Heizung und Warmwasserbereitung auf das Konto Erdwärme kämen, läge der Anteil in Deutschland lediglich bei einem Prozent.
"Zu DDR-Zeiten gehörten wir zum Kombinat Erdöl Erdgas Gommern, das mit rund 6.500 Beschäftigten Erdölvorräte nicht nur im Osten Deutschlands erkundete und abbaute, sondern auch in der damaligen Sowjetunion bohrte und förderte", sagte Wagner.
Die 100 Beschäftigten des heutigen Unternehmens erbringen jährlich einen Umsatz von rund acht bis zehn Millionen Euro. "Wir sind in Deutschland tätig aber auch in Kasachstan. Dort führen wir vor dem Einbau der Förderrohre in Erdölbohrungen die Gestängetests aus und berechnen die Leistungsfähigkeit der Erdölsonden", erläutert Wagner. Bohrgeräte, die hunderte Meter tief ins Erdreich vordringen, gehören zur Ausrüstung.
"Ein Schwerpunkt unserer Arbeit ist auch die Bergbausanierung und die Beseitigung der Hinterlassenschaften des früheren Braunkohlentiefbaus im Raum um Halle, Aschersleben und in der Lausitz", sagte Wagner.
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