Habemus EnWG
Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) bemängelte, dass die im Gesetzentwurf vorgesehen detaillierte Kennzeichnungspflicht für die Stromrechnungen im Vermittlungsverfahren stark eingeschränkt wurde. "Für einen echten Wettbewerb ist es wichtig, dass der Kunde sich informieren kann, wie hoch der Anteil von Wind- und Wasserkraft, von Braunkohlestrom oder Atomenergie in seinem Strommix ist. Umweltfreundliche Anbieter, die auf die riskante Atomkraft und den klimaschädlichen Kohlestrom verzichten, bekommen dann endlich bessere Chancen", sagte BUND-Bundesgeschäftsführer Gerhard Timm. Ähnlich äusserte sich der Naturschutzbund NABU.
Die deutsche Stromwirtschaft begrüsste das Gesetz trotz Kritik an Einzelheiten. "Die Hängepartie wird vor der Sommerpause beendet", erklärte Eberhard Meller, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW). Das Gesetz bringe Klarheit über die künftigen Rahmenbedingungen im Strommarkt. Kritik übte Meller an den Abstrichen beim Konzept der Substanzerhaltung. "Die Finanzkraft der Stromunternehmen wird dadurch geschwächt, dass bei der Kalkulation der Netzentgelte die Körperschaftssteuer künftig nicht mehr berücksichtigt wird", sagte Meller. Ausserdem werde eine Fülle von Berichtspflichten sowie die Vorabgenehmigung aller Netzentgelte der rund 900 Stromnetzbetreiber die Kosten treiben.
Verband der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland (VRE) begrüsste die Streichung "überflüssiger Berichtspflichten" und die Beschränkung der Stromkennzeichnung. Diese guten Ergebnisse würden andererseits durch ein Mehr an Bürokratie konterkariert: Die Vorab-Genehmigungspflicht für Netzentgelte werde die Regulierungsbehörden in den nächsten Monaten überfordern.
Weitere Nachrichten vom 15.06.2005
- Verbraucher kritisieren neues EnWG
- Abbau der Kohle-Subventionen: Kündigungen bleiben der wunde Punkt
- Vattenfall ist bei Bergbau und Stromerzeugung optimistisch
- Mitteldeutscher Forschungsverbund Erneuerbare Energien vor Start
- EEG: Bundesregierung zieht positive Bilanz
- MITGAS erzielt 2004 weniger Gewinn und Umsatz - mehr Steuern
- RAG will über Kohlezukunft verhandeln - Gewerkschaft kampfbereit
- TÜV: Strahlungen von Mobilfunksendern liegen unter den Grenzwerten
- Zentrale Rufnummer zur EC-Karten-Sperrung zum 1. Juli nur lückenhaft
- Autokauf im Internet - Betrüger locken mit falschen Traumangeboten
- Vodafone D2 und The Cloud bieten drahtlosen Internetzugang
- Napster will mit Ericsson mobile Musikbörse im Internet aufbauen
- Naturschützer kritisieren Kompromiss beim Energiewirtschaftsgesetz
- Yahoo! übernimmt Internet-Telefon-Firma Dialpad
- IT-Branche sieht nach gutem zweiten Quartal stabilen Aufwärtstrend
- Internet-Anbieter müssen Nazi-Websites sperren
- Russland will 2006 schwimmendes Atomkraftwerk bauen
- E.ON: Volle Kriegskassen - Ziel ist Weltmarktführerschaft
- E.ON-Chef Bernotat dämpft Erwartungen auf sinkende Energiepreise
- Dortmund: DEW-Kunden müssen mit höheren Gaspreisen rechnen

