Großmann scheitert an Widerstand gegen Energieeffizienzgesellschaft
Essen - Einem Zeitungsbericht zufolge streiche der Energiekonzern RWE seine großen Pläne für den Aufbau einer Energieeffizienzgesellschaft zusammen. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtete unter Berufung auf Informationen aus der Konzernzentrale in Essen in ihrer Dienstagsausgabe, dass Unternehmenschef Jürgen Großmann am Widerstand des neuen Vorstandsmitgliedes Rolf Martin Schmitz gescheitert sei. Das neue Serviceangebot sollte die Kunden beim Stromsparen unterstützen. Laut Zeitungsangaben sei zur Zeit statt einer großen Gesellschaft mit mehreren hundert Mitarbeitern und eigenem Vertrieb "bestenfalls" noch eine "Denkfabrik" mit 30 bis 40 Beschäftigten geplant.
Ursprünglich war der Chef der halbstaatlichen Deutschen Energie-Agentur (dena), Stephan Kohler, als Leiter vorgesehen. Doch der sagte Anfang Mai überraschend ab. Die inoffizielle Begründung lautete, dass kein geeigneter Nachfolger für die dena-Spitze gefunden worden sei. Mitglieder des RWE-Vorstandes hatten Kohler dem Bericht zufolge zuvor in einem vertraulichen Gespräch deutlich gemacht, dass sich die hochfliegenden Pläne nicht durchsetzen ließen. Vorstand Schmitz, erst seit Anfang Mai bei RWE und nun für das in der Umstrukturierung befindliche RWE-Geschäft in Deutschland zuständig, habe offenbar keinerlei Kompetenzen abgeben wollen. Auch andere Vorstandsmitglieder hätten eine eigene Effizienzgesellschaft für überflüssig gehalten, da RWE bereits Stromspar-Dienstleistungen anbiete. Vorstandschef Großmann wollte mit der neuen Sparte das grüne Gewissen seines Unternehmens aufpolieren.
Ein RWE-Sprecher sagte der Zeitung, dass die Effizienz-Gesellschaft wie geplant im Juli die Arbeit aufnehmen solle. Ihre Größe stehe allerdings noch nicht fest. "Das ist kein Feigenblatt", betonte der Sprecher in der Zeitung. Die Suche nach einem Chef laufe noch.
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