Große Sorge in Südfrankreich wegen Gefahr durch Atomanlagen
Marseille - Nach dem Fund von mehreren Kilo an angereichertem Uran und Plutonium in einer südfranzösischen Atomanlage fordern die dortigen Behörden einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss. Der höchste Verwaltungsbeamte der Regionen Provence, Alpes und Côte d'Azur kündigte am Mittwochabend an, er werde "in den kommenden Tagen" einen Ermittlungsausschuss zu Transparenz und Sicherheit in der Atomindustrie beantragen. Schon jetzt müsse die Regierung klar zur Lage der Atomanlagen in der Region Stellung nehmen, forderte der Abgeordnete Michel Vauzelle.
Der erneute Zwischenfall in der Atomanlage Cadarache in der Nähe von Marseille habe wieder einmal gezeigt, dass die Atomenergie eine heikle Branche sei, "die unsere Region und ihre Einwohner großen Gefahren aussetzt", erklärte der Vorsitzende der Region. Das staatliche französische Atomenergiekommissariat CEA hatte vor zehn Tagen mitgeteilt, dass in Cadarache ein Lager mit zehn Kilogramm niedrig angereichertem Uran gefunden worden sei. Laut Gesetz dürften höchstens vier Kilogramm gelagert werden.
Wenige Tage zuvor war in Cadarache kiloweise hochgefährliches Plutonium gefunden worden, das nirgendwo verzeichnet war. Nach Angaben von Greenpeace würde die Menge zum Bau von fünf Atombomben reichen. In den Fall schaltete sich die französische Justiz ein.
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