Grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gasversorgern geplant
Berlin - Um die internationale Erdgas-Versorgung zu sichern, wollen die Gaserzeuger grenzüberschreitend enger zusammenarbeiten. Das haben Vertreter der Branche auf einer internationalen Konferenz auf Initiative des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Donnerstag in Berlin beschlossen.
Die Vereinbarung ist auch eine Konsequenz der zweimaligen Störfälle bei russischen Erdgasausfuhren 2006 und Anfang 2009 in Folge von Streitigkeiten zwischen Moskau und Kiew. Zur Konkretisierung der Ergebnisse der Konferenz unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wurden Arbeitsgruppen eingesetzt.
"Es ist wichtig, die europäischen Erdgasmärkte besser miteinander zu verzahnen", erklärte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller. Dazu sollten die Transporte über die Nord- und Süd-Pipelines verstärkt und langfristige Lieferverträge mit verschiedenen Erdgasproduzenten abgeschlossen werden. Zur Verfügung stehen müssten große europäische Gashandelsplätze. Dazu gehören die Energiebörse EEX in Leipzig und der Handel in London.
Russland trug 2008 etwa 37 Prozent zur deutschen Erdgasversorgung bei. Zwei Drittel stammen aus westeuropäischen Quellen, davon 26 Prozent aus Norwegen und 14 Prozent aus deutscher Eigenförderung.
"Um die Erdgas-Versorgungsunternehmen in Europa zu stärken, brauchten wir grenzüberschreitende Kooperationen entlang der Lieferwege nach und in Europa", sagte Müller. Für deren Ausbau könne man auf "gewachsene und belastbare Beziehungen zwischen den Erdgasunternehmen zurückgreifen". So hatten europäische Gasversorger südeuropäischen Ländern wie Ungarn, Serbien und Slowakei, denen Anfang des Jahres im Streit zwischen Moskau und Kiew zeitweise der Gashahn zugedreht worden war, mit eigenen Lieferungen ausgeholfen.
An der Konferenz nahmen Vertreter von Erdgasimport- und Handelsunternehmen, Erdgas-Fernleitungsnetzbetreiber und Regierungsvertreter aus verschiedenen Ländern Europas teil - so auch aus Russland, Norwegen und der Ukraine. Vertreten war auch die EU-Kommission.
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