Greenpeace: Massive Sicherheitsmängel bei finnischem Atomreaktor-Bau
dpa
Helsinki (dpa) - Die Umweltorganisation Greenpeace verlangt einen sofortigen Baustopp beim finnischen Atomreaktor Olkiluoto 3 wegen "Missachtung fundamentaler Sicherheitsregeln". Wie Greenpeace am Mittwoch in Helsinki mitteilte, hätte die Einsicht in vertrauliche technische Dokumente eindeutig erwiesen, dass Schweißarbeiten am Reaktor über ein Jahr lang ohne Einhaltung der vorgeschriebenen Sicherheitsregeln sowie anschließende Kontrollen ausgeführt worden seien. Ähnliche Vorwürfe hatte am Vortag auch der finnische Rundfunksender YLE erhoben.
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Der Druckwasserreaktor vom neu entwickelten Typ ERP mit einer geplanten Leistung von 1600 Megawatt ist der erste Neubau eines Atomkraftwerkes in Westeuropa seit der Katastrophe von Tschernobyl 1986. Er wird im Auftrag des Energiekonzerns TVO vom französisch-deutschen Konsortium Areva errichtet, an dem Siemens 34 Prozent hält. Vom deutschen Konzern kommen auch Turbinen und Generatoren. Die zunächst für 2009 geplante Fertigstellung ist zunächst bis Mitte 2011 ausgesetzt worden. Ein weiteres Jahr Verspätung gilt als denkbar.
Die zunächst auf 3,2 Milliarden Euro veranschlagten Kosten sind auf vorläufig über vier Milliarden Euro gestiegen. Hintergrund sind zahlreiche Verzögerungen bei den Bauarbeiten. Finnland verfügt bisher über je zwei Atomreaktoren in den Kraftwerken Olkiluoto an der Westküste des Landes und in Loviisa im Südosten. Geplant, aber noch nicht endgültig beschlossen ist der Bau eines sechsten Reaktors.
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