Greenpeace fordert sofortige Abschaltung alter Atommeiler
Berlin - Nach Ansicht der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind die ältesten deutschen Atomkraftwerke weitaus gefährlicher als bisher angenommen und sollten deshalb sofort abgeschaltet werden. Greenpeace warnte am Mittwoch in Berlin, dass ein schwerer Atomunfall in Biblis A und B (Hessen), Brunsbüttel (Schleswig-Holstein), Isar 1 (Bayern) und Philippsburg 1 (Baden-Württemberg) den Grenzwert radioaktiver Belastung in wenigen Stunden bis um das Tausendfache überschritte. Das sei das Ergebnis eigener Untersuchungen. Bei diesen Berechnungen geht die Organisation von einem Reaktorunfall durch einen Terroranschlag aus der Luft oder durch einen Flugzeugabsturz aus.
"Die Bevölkerung ist einem tödlichen Risiko ausgesetzt, dem sie nicht entkommen kann", sagte Greenpeace-Atomexperte Heinz Smital. Die Umweltschützer kündigten rechtliche Schritte gegen die Atommeiler Biblis A und B, Brunsbüttel, Isar 1 und Philippsburg 1 an. Greenpeace fordert auch, dass Neckarwestheim (Baden-Württemberg) und Unterweser (Niedersachsen) abgeschaltet werden.
Für Biblis bestehe zum Beispiel die Gefahr, dass die Bewohner im Umkreis von bis zu 25 Kilometern einem tödlichen Risiko im Fall eines solchen Unfalls ausgesetzt sein könnten. Greenpeace sieht keine drohenden Lücken in der Stromversorgung. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vor zwei Jahren gefordert, die sieben ältesten Meiler abzuschalten. Bund und Länder wollen schärfere Regeln für Kernkraftwerke prüfen. Die Union plant längere Laufzeiten.
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