Greenpeace fordert Braunkohle-Ausstieg - Aktion vor Kanzleramt

dpa, Verivox
Bild: Stromleitungen



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Berlin (dpa) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat bei einer Aktion vor dem Bundeskanzleramt die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung als verfehlt kritisiert. Aus rund 1500 Sandsäcken errichteten Umweltschützer am Montag in Berlin einen symbolischen Hochwasserdamm und warnten vor verheerenden Folgen durch klimaschädliche Kohlekraftwerke. "Der Bau neuer Kohlekraftwerke ist mit den deutschen Klimaschutzzielen unvereinbar", kritisierte Greenpeace und forderte einen Ausstieg aus der Braunkohle-Verstromung. Das Bundesumweltministerium wies die Kritik zurück.

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"Mit dem Emissionshandel sorgen wir dafür, dass unsere Klimaverpflichtungen eingehalten werden", sagte ein Ministeriumssprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Der Handel mit Verschmutzungsrechten für den Ausstoß von Treibhausgasen gewährleiste, dass der Bau neuer Kohlekraftwerke die Summe des Kohlendioxid (CO2)-Ausstoßes nicht erhöhe. Neue Kraftwerke seien auch "ungleich effizienter" als alte. Außerdem könne Deutschland nicht gleichzeitig aus der Atomenergie und aus der Kohle aussteigen.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) rechnet bis 2012 mit bis zu zehn neuen Kohlekraftwerken in Deutschland. Sie haben im Vergleich zu anderen Kraftwerken den größten Ausstoß des Treibhausgases CO2. Die Kernenergie stellte nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft im vergangenen Jahr mit 27 Prozent den größten Anteil an der Stromproduktion in Deutschland. Die Braunkohle folgte mit einem Anteil von rund 23 Prozent, die Steinkohle mit 21 Prozent. Erdgas stellte wie die Öko-Energien jeweils etwa zwölf Prozent.

Greenpeace forderte außerdem, Vattenfall-Vorstandschef Lars Josefsson als Klimaberater der Bundesregierung abzulösen. Er nutze seine Position mit Briefen an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), um Vorteile für Kohlekraftwerke seines Unternehmens einzufordern.



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