Google: Zahlreiche chinesische Nutzer haben keinen Zugriff
New York - Viele chinesische Internetnutzer bekommen eine Fehlermeldung, wenn sie die Suchmaschine Google aufrufen. Technische Panne oder Repressalie der chinesischen Regierung? "Es scheint, als ob Suchanfragen, die mit Hilfe von "Google Suggest" erstellt wurden, für Nutzer aus China blockiert werden", so ein Unternehmenssprecher am Mittwoch.
"Google Suggest" schlägt dem Nutzer schon während des Eintippens Begriffe vor. "Normale Anfragen, die keine Suchvorschläge verwenden, sind davon nicht betroffen", ergänzte der Sprecher.
Google liegt seit Monaten mit der chinesischen Regierung im Clinch. Der Internetkonzern will sich nicht länger den Zensurbestimmungen beugen und leitet deshalb die Suchanfragen an seine chinesische Website google.cn auf die unzensierte Hongkonger Adresse google.com.hk weiter. Dadurch setzt Google allerdings seine Betreiberlizenz aufs Spiel. Sie lief an diesem Mittwoch ab und muss turnusmäßig für ein Jahr verlängert werden.
Der US-Konzern war der Regierung zu Wochenbeginn entgegengekommen. Die automatische Weiterleitung wird binnen 48 Stunden abgeschaltet. Stattdessen wird es allerdings einen direkten Link nach Hongkong geben. Experten bezweifeln, dass dies Peking reicht, und fragen sich gleichzeitig, ob Google zu weiteren Zugeständnissen bereit ist.
Der Streit war im März nach Hackerangriffen auf Google und andere US-Unternehmen eskaliert. In den USA wird vermutet, dass die chinesische Regierung hinter den Attacken steckt. Unter anderem hatten die Hacker versucht, die E-Mail-Konten von Regimegegnern zu knacken.
Weitere Nachrichten vom 01.07.2010
- Streit über politische Einflussnahme bei Atomstandort Gorleben
- Gesetz gegen unerlaubte Werbeanrufe greift nicht
- Studie gibt weitere Impulse für die Entwicklung von Elektroautos
- Technologiebranche laut Bitkom im Aufwind
- Facebook: Datenschutz in Anwendungen wird verbessert
- Finnen haben Recht auf schnelles Internet
- Umweltfreundliche Sommertipps: Cool bleiben trotz Hitzewelle
- Finnland gibt grünes Licht für neue Atomreaktoren
- Microsoft: Schluss mit "Social-Handys" Kin One und Kin Two
- E.ON verkauft Beteiligung an schweizer Energieversorger BKW
- Neue EU-Roaming-Verordnung tritt in Kraft
- DSL-Sonderaktionen im Juli
- Gerichtsurteile zu Gaspreiserhöhungen
- Schwache Konjunktur in China dämpft Nachfrage, Ölpreise fallen

