Google wird zehn Jahre alt
Vor allem aber entwickelte sich Google hinter dieser übersichtlichen Fassade immer weiter. "Wir hielten Forschung für sehr wichtig", sagte Gründer Brin in einem Interview: "Die anderen Suchmaschinen haben mit Forschung einfach aufgehört." Anders Google: Die Zahl der Produkte nahm rasant zu, die der Mitarbeiter ebenfalls. 13.700 Menschen arbeiten mittlerweile für das Unternehmen in Silicon Valley. Im Jahr 2000 begann Google mit dem Verkauf von Werbung nach Stichwörtern, die Nutzer bei ihrer Suche auf google.com eingaben. Damit gelang es Google genau in dem Moment profitabel zu werden, als auf der ganzen Welt die dotcom-Blase platzte. 2007 verdiente Google unter dem Strich 4,2 Milliarden Dollar.
Der Erfolg bringt Google Neider: Der Softwareriese Microsoft etwa wird sich immer mehr bewusst, dass er im Internet aufholen muss, wenn er insgesamt im Hightechmarkt nicht verlieren will. Deshalb versuchte es der Konzern auch mit der Übernahme von Yahoo, um an Googles Stellung im Internet zumindest näher heranzurücken, scheiterte aber. Doch der ungebremste wirtschaftliche Expansionskurs Googles kratzt auch am Image des einstigen Vorzeige-Internetunternehmens bei Online-Surfern. Kritiker bemängeln, Google gebe für Geld sein Unternehmensmotto auf: "Don’t be evil" - "Tu’ nichts Böses".
Kritik gibt es beispielsweise an der Expansion Googles nach China. Um auf dem dortigen Markt zugelassen zu werden, ging Google Kompromisse ein - und nahm Zensur hin. Wer auf der chinesischen Seite google.cn etwa "Tiananmen" eingibt, wird zum Massaker auf dem Platz des Himmlischen Friedens 1989 keine Informationen finden.
Und Sorge bereitet vielen die Dominanz der anglophonen Kultur durch Google. Mehr als 90 Prozent aller deutschen Suchanfragen werden inzwischen über Google ausgeführt. Was die Suchmaschine nicht findet, ist im Internet quasi nicht existent. Das zeigt auch der Wandel der deutschen Sprache: Wer heute etwas im Internet sucht, der "googelt". Selbst der Duden hat das Wort 2004 aufgenommen.
Weitere Nachrichten vom 05.09.2008
- Umweltschützer: Atomkraftwerke wegen Terrorgefahren abschalten
- Forscher wollen an riesige Gashydratlager gelangen
- EWE-Gaspreiserhöhungen: Oberlandesgericht gibt Klägern Recht
- Extrem hoher Stromverbrauch: Zähler überprüfen
- Medien: Serbien will Energieabkommen mit Russland neu verhandeln
- RWE verkauft Beteiligung spanischem Kraftwerk an Iberdrola
- eprimo räumt grenzwertige Vertriebspraktiken bei Partner ESD ein
- Bewährungs- und Haftstrafen für Betrug an Online-Bankkunden
- Tanzen für Strom: Erste Öko-Disco der Welt eröffnet
- Ölpreise kaum verändert

