Gönner: Deutsche Atomforscher sind auch nach dem Ausstieg gefragt

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Karlsruhe (dpa) - Auch nach dem Ausstieg aus der Atomkraft werden Ingenieure nach Ansicht von Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) über Jahrzehnte ebenso gefragt sein wie kerntechnisches Know-how. "Auch wenn es bei der vorzeitigen Abschaltung der Kernkraftwerke im Land bleibt, sind damit die Kerntechnik und Sicherheitsfragen nicht erledigt", sagte die Ministerin am Montag nach der Gründung des Südwestdeutschen Forschungs- und Lehrverbund Kerntechnik in Karlsruhe. Es müsse für einen sicheren Betrieb ebenso gesorgt werden wie für einen Rückbau von Atomkraftwerken in Deutschland.

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Im neuen Verbund soll künftig das kerntechnische Wissen gebündelt und ausgebaut werden. Außerdem sollen Forschung und Lehre zur Kerntechnik im Südwesten durch den Verbund gestärkt werden. Laut Landesregierung werden nach Schätzungen bis zum Jahr 2010 etwa 6250 Ingenieure und Naturwissenschaftler in der Atomforschung sowie für den Betrieb und den Rückbau von Meilern benötigt.

Gönner nannte als Beispiel für die Aufgaben der künftigen Atomexperten den zweiten Block des Atomkraftwerks in Neckarwestheim (Kreis Heilbronn), der nach dem Atomkonsens als bundesweit letzter Kraftwerksblock etwa im Jahr 2021 vom Netz gehen soll. "Der Rückbau der Anlagen dauert jedoch mindestens noch weitere zwei Jahrzehnte", sagte sie. Hohe Anlagensicherheit werde deshalb weiterhin eine Aufgabe von herausragender Bedeutung sein.

Der festgelegte Ausstieg aus der Atomkraft ist für Gönner allerdings trotz des ausgehandelten Konsenses noch nicht in trockenen Tüchern: "Ich setze darauf, dass die Verkürzung der Laufzeiten von sicheren Anlagen nochmals überdacht wird", sagte Gönner. Der Ersatz durch Kohle- und Gaskraftwerke werde das Land beim Klimaschutz zurückwerfen.

Wissenschaftliche Grundlagenforschung der Universitäten sollen im neuen Verbund mit den praxisnahen Aufgaben des Karlsruher Forschungszentrums zusammengeführt werden. Beteiligt sind neben dem Forschungszentrum und der Fridericiana die Energie Baden-Württemberg EnBW, das Europäische Institut für Transurane, die Universitäten Karlsruhe, Stuttgart und Heidelberg sowie die Fachhochschulen Ulm und Furtwangen. Der Ministerrat hatte die Gründung des Verbands im vergangenen Juni beschlossen.



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