Glos warnt Gabriel bei der Biblis-Entscheidung vor Alleingang
Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) will bei der Entscheidung über die umstrittene Verlängerung der Laufzeiten des hessischen Atomkraftwerks Biblis A mitreden. "In einer großen Koalition ist es eine Selbstverständlichkeit, dass so grundlegende Entscheidungen mit weit reichenden Auswirkungen auf die Industrie und die Verbraucher in der Bundesregierung gemeinsam diskutiert werden", erklärt er am Dienstag in Berlin. "Ich erwarte, dass wir uns zusammensetzen und vorbehaltlos über den Antrag beraten", warnte Glos seinen federführenden Kabinettskollegen Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) indirekt vor einem Alleingang.
Kernenergie sei preisgünstig, weitgehend CO2-frei und trage im deutschen Energiemix wesentlich zur Versorgungssicherheit bei, betonte der Wirtschaftsminister. Die noch vorhandenen 17 Atomkraftwerke leisteten etwa 50 Prozent des Grundlaststromes. "Die Kernkraftwerke vermeiden jährlich über 100 Millionen Tonnen Kohlendioxid. Nimmt man die nationalen Klimaschutzziele ernst und will sie sogar übererfüllen, gleichzeitig aber einen Strompreisanstieg verhindern, muss man sich mit dem Thema Strommengenübertragung und Laufzeitverlängerungen positiv auseinandersetzen."
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