Gespräche zwischen Ukraine und Russland über russische Gaslieferung
AFP, Verivox
Moskau (AFP) - Russlands Präsident Wladimir Putin und sein ukrainischer Kollege Viktor Juschtschenko sind am Dienstag in Moskau zu Gesprächen über die umstrittenen russischen Gaslieferungen zusammengekommen. Der pro-westliche ukrainische Staatschef wollte bei seinem Besuch eine Lösung des Gaskonflikts finden, bevor um 16.00 Uhr MEZ ein Ultimatum der russischen Seite für den Ausgleich eines Zahlungsrückstands ablief. Der russische Energiekonzern Gazprom verlangt von der Ukraine die Zahlung von 1,5 Millarden Dollar (rund eine Milliarde Euro).
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Die ukrainische Regierung hatte am Wochenende signalisiert, sie sei zur Zahlung der Schuld bereit. Ministerpräsidentin Julia Timoschenko verlangt aber direkte Verhandlungen und Vertragsabschlüsse mit Gazprom. Gegenwärtig tritt die Firma RosUkrEnergo als Zwischenhändler auf. Die russische Presse erwartete am Dienstag eine kompromissbereite Haltung von Präsident Juschtschenko, den sie als flexibler als seine Regierungschefin Timoschenko einschätzte. Timoschenko äußerte auch Zweifel an der Richtigkeit der von Moskau genannten Summe.
Die ukrainische Wirtschaft hängt stark von Gasimporten ab, da sie vor allem aus schwerer Industrie besteht. Das Land kauft drei Viertel seiner Gaseinfuhren im zentralasiatischen Staat Turkmenistan ein, ein Viertel wird von Gazprom geliefert. Das Ultimatum, nach dessen Ablauf Gazprom mit einer Einstellung der Gaslieferungen drohte, betreffe nur den russischen Teil der Gaslieferungen, hatte der Energiekonzern versichert. Bei einem ähnlichen Streit 2006 hatte Russland seine Gaslieferungen an die Ukraine gedrosselt und dabei auch die Lieferungen nach Westeuropa erheblich beeinträchtigt.
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