Gerangel um neuen Mobilfunkstandard für Handy-Dienste in Barcelona
Vorteil des LTE-Übertragungsstandards ist, dass er auf die hierzulande bereits bestehende Infrastruktur wie dem UMTS-Netz aufsetzt. Und das bereits heute existierende Netz soll nach Angaben von Experten schon in zwei Jahren - selbst ohne LTE - Leistungen bis 14 Megabit pro Sekunde bewältigen und könnte damit seinen Konkurrenten Wimax damit leicht abhängen. Nach Angaben von Branchenbeobachtern ist auch die einfach zu gewährleistende Abwärtskompatibilität ein großer Vorteil. Für künftige Mobilfunkgeräte zeigt der Halbleiterhersteller NXP Semiconductors in Barcelona zum Beispiel erstmals seine neue Chip-Plattform, die alle Standards (GSM, GPRS, EDGE, HSPA, UMTS und LTE) unterstützt und für eine Datenleistung bis zu 150 Megabits ausgelegt ist.
Unternehmen wie Intel setzen dagegen seit Jahren auf den Funkstandard Wimax, das auf dem Wifi-Standard und dem Internet-Protokoll aufsetzt. In den USA und vor allem ländlichen Gebieten in Indien und Russland treibt das Unternehmen den Ausbau der Infrastruktur voran. Der Funkstandard baut auf dem bekannten Wifi (IEEE 802.xxx) auf. Er soll nach Angaben von Sprint Communication derzeit bis zu 10 Megabit pro Sekunde an Daten übertragen, theoretisch sind noch weit höhere Raten möglich.
Allerdings hängt die Leistungsfähigkeit des Standards davon ab, in welchem Frequenz-Spektrum die Daten übermittelt werden: Je niedriger die Frequenz, umso größer ist die Reichweite. Während in den USA zum Beispiel meist die niedrige Frequenz von 2,5 Gigahertz zur Verfügung steht, über die der Verkehr auch über weite Strecken erfolgen kann, ist diese Frequenz in Europa meist für die Übertragung von analogen Fernsehsignalen vorgesehen und wird zudem für mobile Übertragung über den Funkstandard GSM genutzt.
Vertreter des Wimax-Forums halten dennoch in Barcelona auch für Europa die Fahne hoch. Während in der spanischen Stadt der amerikanisch-französische Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent erst eine Kooperation mit NEC zum Ausbau von LTE-Netzen ankündigte, brachten die Wimax-Unterstützter als Aushängeschild selbst für gut versorgte Ballungsgebiete die japanische Firma KDDI mit, die unter anderem auch von Intel Capital unterstützt wird. Das Unternehmen will in den kommenden Jahren mit einer Investition von über einer Milliarde Dollar in Japan trotz eines flächendeckend ausgebauten Mobilfunknetzes der dritten Generation eine Wimax-Infrastruktur aufbauen, erste Tests seien bereits angelaufen, sagte KDDI-Manager Hideo Okinake.
Dass der Wettbewerb zwischen Wimax und LTE wie auch bei den Standards Blu-ray und HD-DVD erneut auf dem Rücken der Verbraucher ausgetragen werden könnte, befürchtet Sean Mallony, Mobil-Experte von Intel, allerdings nicht. Ob der Ausbau entweder von LTE oder Wimax in einem Land vorangetrieben werde, sei in erster Linie eine politische Entscheidung, so Ma
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