Geothermie: Wärme aus der Erde als Alternative zur teuren Heizung

dpa
Bild: Stromleitungen



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Fürstenwalde (dpa) - Von Berufs wegen müsste sich Peter Klemm über die ständig steigenden Gas- und Ölpreise freuen. Auf der Suche nach preiswerten Alternativen zu herkömmlichen Warmwasser- und Heizungsanlagen hat der Diplomingenieur der Calox Haustechnik GmbH im brandenburgischen Fürstenwalde Sonden entwickelt, die Erdwärme aufnehmen und an Heizungsanlagen abgeben. Inzwischen werden sie in dem Unternehmen, das rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, in Serie produziert.

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"Das Prinzip ist ganz simpel", erklärt der Tüftler. Die Wärmepumpe funktioniere wie ein Kühlschrank: Der entzieht den darin gelagerten Lebensmitteln die Wärme und gibt sie über ein Gitter an der Rückwand an die Küche ab. "Wir nehmen mit unserer Sonde die Wärme der Erde auf und geben sie an die Heizungsanlage ab." Die über drei Meter langen Sonden werden dafür in gut vier Meter tiefe Erdlöcher mit einem Durchmesser von gut vierzig Zentimetern gesteckt.

Anschliessend werden die Hohlräume mit einem Kiesgemisch gefüllt und die Instrumente mit der Wärmepumpe der Heizungsanlage verbunden. "Pro Sonde gewinnen wir kostenlos rund 600 Watt Heizleistung aus der Erde", berichtet Klemm. Er rechnet vor: "Ein durchschnittliches Eigenheim mit 140 Quadratmetern Wohnfläche verbraucht im Jahr Gas oder Öl für etwa 1400 Euro, unsere Anlage benötigt im gleichen Zeitraum nur 400 Euro für die Stromkosten der Wärmepumpe". Schon nach fünfjährigem Betrieb könnten die höheren Anschaffungskosten erwirtschaftet sein. "Je höher die Öl- und Gaspreise steigen, desto mehr Kunden interessieren sich für unsere Heizungsanlage."

Auch andere Heizungsbauer nutzen die Wärme der Erde. Diese Anlagen werden beispielsweise mit Tiefenbohrungen in die Erde gebracht oder mit langen Schläuchen grossflächig im Garten der Eigenheime verteilt. Der Energiewirtschaftler Christian Fünfgeld hält den Einsatz von Wärmepumpen für zukunftsträchtig. Steigende Preise liessen von Öl und Gas unabhängige Heizungsanlagen zunehmend attraktiv werden, sagte Fünfgeld, der dem Vorstand des Centrums für Energietechnologie Brandenburg (CEBra)angehört. Die Forschungseinrichtung der Technischen Universität Cottbus beschäftigt sich unter anderem mit der Entwicklung neuer Konzepte für die ostdeutsche Strom- und Wärmeversorgung. Zwar müsse in Erdwärme-Heizanlagen zunächst mehr investiert werden, doch der Betriebsaufwand sei deutlich geringer. Sinnvoll sei der Einbau jedoch vor allem in modernen, wärmeisolierten Häusern.



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