Genehmigung für erstes AKW der EPR-Generation in Frankreich
AFP | 11.04.2007
Paris (AFP) - Frankreichs Behörden haben grünes Licht für den umstrittenen Bau des landesweit ersten Atomkraftwerks vom Typ Europäischer Druckwasserreaktor (EPR) gegeben. Nach dem am Mittwoch im Staatsblatt "Journal officiel" erschienenen Erlass darf der Stromkonzern EDF den neuen Reaktor im nordfranzösischen Flamanville errichten, nahe der Wiederaufbereitungsanlage La Hague. Die Aufsichtsbehörde für Nuklearsicherheit und das Gesundheitsministerium hätten dem Vorhaben zugestimmt, sagte Finanzminister Thierry Breton dem Wirtschaftsblatt "Les Echos". "Die demokratische Debatte hat schon stattgefunden." Atomkraftgegner fürchten, mit dem Projekt werde Atomenergie weiter als Hauptenergiequelle Frankreichs festgeschrieben.
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Der EPR wurde vom französischen Areva-Konzern und Siemens entwickelt. Europas erster derartiger Meiler der dritten Generation wird zurzeit in Finnland errichtet. Die Sozialistin Ségolène Royal will Frankreichs ersten EPR auf den Prüfstand stellen, wenn sie in den nächsten Wochen zur Staatspräsidentin gewählt wird. Die französischen Grünen wollen den auf 3,3 Milliarden Euro taxierten Bau aufgeben. Im März demonstrierten zehntausende Menschen gegen die Errichtung. Die Veranstalter verglichen die Mobilisierung mit den Anti-Atom-Demonstrationen der 70er Jahre. Derzeit hat Frankreich 58 Atomreaktoren an 19 Standorten, die rund drei Viertel des Strombedarfs decken.
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