Geänderte Trassenführung der Ostsee-Pipeline
Greifswald - Nord Stream, der Betreiber der Ostsee-Pipeline, hat die Trassenführung durch die deutschen Gewässer geändert. Wie Projektleiter Jens Lange am Donnerstag in Greifswald mitteilt, habe Nord Stream beantragt, die Pipeline für eine Länge von weiteren 20 Kilometern im Meeresboden zu vergraben. Damit reagiert das Unternehmen auf die Klagen der Bundeswehr und eines polnischen Unternehmers. Da die Ostsee-Pipeline ein Munitionsübungsgebiet kreuzt, habe die Bundeswehr bei einer Verlegung der Pipelinerohre auf dem Meeresboden ein erhöhtes Risiko gesehen.
Der Bau der rund 1200 Kilometer langen Pipeline zwischen Russland und Deutschland hatte Anfang der Woche in schwedischen Gewässern begonnen.
Bisher sollte die Trasse nur auf einem 27 Kilometer langen Abschnitt durch den ökologisch sensiblen Greifswalder Bodden im Meeresboden eingegraben werden. Die Änderung sei beim Bergamt beantragt worden. Bereits genehmigt sei eine weitere 1,1 Kilometer lange Routenänderung.
Der polnische Unternehmer argumentiert, dass die Trasse für Schiffe mit einem Tiefgang von 15 Metern die Zufahrt zum Swinemünder Hafen behindern würde. Mit der neuen Trassenführung würde die Pipeline künftig 17,5 Meter statt bisher 14 Meter unter der Meeresoberfläche liegen. "Nach Auswertung von jüngsten Daten von Schiffsbewegungen haben wir uns dazu entschlossen, die Sicherheit für Leitung und Schiffsverkehr zusätzlich zu erhöhen", sagte Lange.
Der landseitige Baustart im mecklenburg-vorpommerschen Lubmin ist für den 15. April geplant. Am 15. Mai will Nord Stream mit den Arbeiten im Wasser beginnen. Allerdings haben Umweltverbände unter Federführung des BUND gegen diesen Baustart im Mai einen Eilantrag am Oberverwaltungsgericht in Greifswald eingereicht.
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