Gazprom wird Riesen-Erdgasspeicher bei Wittstock nicht bauen
Waren/Berlin - Der russische Energieriese Gazprom wird den nördlich von Berlin zwischen Wittstock und Mirow geplanten riesigen Erdgasspeicher nicht bauen. "Sicherheit geht vor, wir haben von dem Vorhaben Abstand genommen", erklärte der Sprecher der Gazprom Germania GmbH (Berlin), Burkhard Woelki, am Montag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Waren. Grund seien geologische Brüche in der Deckschicht des unterirdisch gelegenen Speichers, die bei der Erkundungsbohrung erkannt worden seien. Es gebe aber genug Gasspeichermöglichkeiten in Europa.
So baue Gazprom zusammen mit der Verbundnetz Gas AG (Leipzig) einen neuen Kavernenspeicher bei Peissen (Sachsen-Anhalt), lagere Erdgas in Rheden (Niedersachsen) ein und erkunde weiter den Standort Hinrichshagen bei Waren im Müritzkreis. Hier verspricht sich Gazprom Germania, den mit fünf Milliarden Kubikmeter Erdgas größten Gasspeicher Westeuropas einrichten zu können. "In Hinrichshagen haben wir - anders als bei Wittstock - auch schon die seismischen Untersuchungen absolviert, eine Entscheidung soll bis Ende September fallen", sagte Woelki. Das Investitionsvolumen gibt Gazprom mit rund 400 Millionen Euro an.
Die Projekte stehen auch im Zusammenhang mit dem geplanten Bau der Ostsee-Erdgaspipeline. Das russisch-europäische Konsortium Nord Stream will über die Leitung ab 2011 russisches Gas nach Westeuropa liefern. Bei Nord Stream ist Gazprom Mehrheitseigner mit 51 Prozent der Gesellschafteranteile. Derzeit läuft für das 7,4 Milliarden Euro-Pipeline-Projekt das Genehmigungsverfahren. Die Trasse soll nach Lubmin bei Greifswald führen und von dort über zwei Stränge West- und Mitteleuropa mit Erdgas versorgen.
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