Gazprom: Ukraine blockiert Gaslieferungen
- 1 | Wende im Gasstreit
- 2 | Russlands Forderungen an die Ukraine
- Trotz EU-Vermittlung keine Einigung im Gasstreit
- Folgen des Gasstreits Moskau-Kiew nehmen zu
- Weg für Gas theoretisch wieder frei
- Ukraine unterzeichnet Gas-Abkommen ohne Zusatz
- Gazprom ruft EU zur Überwachung der Gas-Transite in Ukraine auf
- Gazprom: Ohne Geld kein Gas für die Ukraine ab 1.1.2009
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Moskau/Kiew - Erneute Wende im Gasstreit: Russland hat am Morgen zwar die Gas-Lieferung nach einwöchigem Totalstopp wieder aufgenommen, doch leitet die Ukraine nach jüngsten Angaben aus Moskau das Gas nicht weiter. Die Ukraine blockiere bislang die Weiterleitung des Gases nach Westen, sagte der Vize-Chef des russischen Gasmonopolisten Gazprom, Alexander Medwedew, nach Angaben der Agentur Itar-Tass am Dienstag. Das sei ein "Verstoß" gegen die mit der EU getroffenen Vereinbarungen. Die Verantwortung liege allein bei der Ukraine, sagte Medwedew.
Auch ein Kontrolleur der internationalen Beobachtermission bestätigte, dass das Gas nicht durch die Ukraine geleitet werde, wie russische Agenturen meldeten. Demnach seien die Ventile noch nicht geöffnet. Gazprom beklagte, dass die Ukraine russischen Kontrolleuren den Zugang zu den Messstationen verweigert habe.
Die Ukraine hat eingeräumt, die Lieferungen von russischem Gas über sein Territorium zu blockieren. Grund seien "nicht hinnehmbare Bedingungen für den Transit", die der russische Gaskonzern Gazprom aufgestellt habe, sagte ein Sprecher der ukrainischen Gasgesellschaft Naftogaz am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP.
Russland hatte am Morgen mit der Lieferung von lediglich 76 Millionen Kubikmeter begonnen. Vor dem Gasstreit zwischen Moskau und Kiew hatte der Transit-Umfang bei mehr als 300 Millionen Kubikmetern gelegen. Die Ukraine hatte in der Nacht erklärt, dass Russland die Liefermenge für den Transit nicht rechtzeitig beantragt habe.
Zudem hatte der Kiewer Energieversorger Naftogas angekündigt, 21 Millionen Kubikmeter Gas täglich für technische Zwecke abzapfen zu wollen. Dieses "technische Gas" wird für den Betrieb der Verdichterstationen entlang der über 1000 Kilometer langen Pipelinestrecke durch die Ukraine benötigt. Russland warnte davor, das Gas zu "stehlen".
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